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Österreich

Erlebnisberichte zur Totalen Sonnenfinsternis vom 11. August 1999
Übersicht
Auf der folgenden Karte sehen Sie den Teil Österreichs, der am 11. August 1999 vom Kernschatten des Mondes erfasst wurde. Hier sind die Beobachtungsorte eingezeichnet, zu denen Sie auf dieser Seite Beobachtungsberichte finden.

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Schattenpfad durch Österreich (Beobachtungsberichte sind von den hier grün eingezeichneten Orten aus verfügbar)
Berichte
Kai Winning
(Feuerkogel) [»eMail / »Home]

Zwei Tage vorher fuhr ich, mit dem Teleskop, der Digicam und dem von ProSoft geborgten Laptop im Gepäck, nach Österreich auf den Feuerkogel. Das Wetter schien günstig. So konnte ich alles testen.
Danach trübte es ein und ich fuhr wieder heim. Am Vortage regnete es des öfteren. So schien das ganze Unterfangen in Frage gestellt. Wir änderten aber unser Programm nicht und fuhren am Tage der SOFI99 wie geplant auf den Feuerkogel.
Der Himmel hing voller Wolken, aber hier und da zeigte sich eine kleine Lücke. Pessimismus und Hoffnung lösten sich ständig ab, ein Wechselbad der Gefühle. Die ersten beiden Zeitpunkte der vorgesehenen Übertragung verstrichen ohne Aufnahme. Ein erstes Wolkenloch reichte nicht dazu aus, das Teleskop auf die schon zum kleinen Teil bedeckte Sonne auszurichten.
Plötzlich riß die Wolkendecke auf und ich konnte endlich das erste Foto schießen. Nichts wie rein ins Internet damit, um die Versprechungen nicht zu entäuschen.
Dann hatten wir immer öfter Wolkenlücken. Der Zeitplan für die Übertragung war sowieso dahin, also schickte ich die Bilder so, wie die Wolkenlöcher es zuließen.
Nun waren wieder dickere Wolken. Aber manchmal hatten wir Sicht zur Sonne.
Der entscheidende Moment rückte immer näher...
Rechtzeitig (2 min.) vor dem großen Moment tat sich in den Wolken ein "Fenster" auf. Ob es für den Zeitraum der Totalität reichte?
Alle waren gespannt, was sich nun ereignet und ob das Loch in den Wolken groß genug ist, um alles zu sehen.
Nun war es soweit. Der Mond verdeckte fast ganz die Sonne. Eine schmale Sichel war noch vorhanden. Es sah aus wie eine Perlenkette. Dann war nur noch ein heller Punkt da und man dachte da am Himmel sei ein überdimensionaler Diamantring.
Ein Raunen ging durch die Menschenmenge als endlich die schwarze Sonne mit ihrer Korona auf uns herabblickte. Alle waren ergriffen und klatschten in die Hände oder juchzten. Aus der Lautsprecheranlage erklang festliche Walzermusik von Johann Strauss. Ein unbeschreiblicher Moment. Franzosen, Holländer, Tschechen, Italiener, Österreicher, Deutsche und sogar Leute aus Übersee waren in diesem Augenblick vereint und feierten das Ereignis.
Manche standen nur da, andere blitzten aufgeregt mit ihren Fotoapparaten in die Luft und ich hätte beinahe vergessen, die entscheidende Aufnahme zu machen. Es wurde merklich kühler und ein leichter Wirbelwind zog auf.
Es war unbeschreiblich schön und bewegend und so schnell vorbei, wie es begann. Eine Aufnahme von der Sonnensichel nach der Totalitätsphase gelang mir noch und danach waren nur noch Wolken zu sehen. Schade, aber das Wichtigste hatten wir ja erlebt.
Als alles vorüber war, fuhren wir wieder in unser Urlaubsdomizil in Hauzenberg bei Passau, die Steinhofmühle. Hier ließen wir am Abend noch einmal das erlebte Schauspiel Revue passieren und erzählten den Dortgebliebenen an einem gemütlichen Schwedenfeuer alles haargenau.
Am Tage danach genossen wir in Passau ein herrliches Konzert im St.-Stephans-Dom auf der größten Kirchenorgel der Welt und unternahmen eine "Sissi"-Rundfahrt auf der Donau. Ein herrlicher Ausklang des Naturspektakels.
Allzuviel sollte man sich wirklich nicht für eine Sonnenfinsternis vornehmen, weil man vom Schauspiel der Natur so schnell erfaßt wird, daß nur die Hälfte klappt. Den herannahenden Mondschatten nahmen wir z.B. gar nicht wahr. Meine Schwester Andrea und meine Frau Anett hatten das Glück, wenigstens den davoneilenden Mondschatten in der Bergwelt zu bemerken.
Das Ganze kann man illustriert mit fantastischen Aufnahmen auf meiner HP http://www.kai-winning.purespace.de unter "pictures" bestaunen.
Wenn Euch das ganze gefallen hat, würde ich mich auf eine positive Resonanz auf meiner E-mail Adresse Kai.Winning@t-online.de freuen.

Peter Nihaves
(Salzburg) [»eMail]

Am Tag der Sonnenfinsternis waren wir in Salzburg. Der Morgen war grau und bewölkt. Wir wohnten unweit der Altstadt Salzburgs auf dem Mönchsberg. Das Haus hat eine Dachterrasse, auf der wir das Schauspiel erleben wollten. Hier hatten wir einen Rundumblick auf die Stadt Salzburg und in die Bergwelt des Salzburgerlandes. Das Wetter wurde immer besser. Der Himmel über uns klarte auf und plötzlich lag die Sonne völlig frei im Blau über der Stadt. Rundherum sahen wir geschlossene Wolkenfelder. Auf den Wiesen unterhalb des Hauses richteten sich viele Menschen auf das Ereignis ein. Der Mond bewegte sich über uns langsam auf die Sonne zu. Es wurde seltsam kühl und dämmrig. Auf einer Wiese sahen wir Kühe, die sich wiederkäuend niederlegten. Was dann kam, kann man so schnell nicht beschreiben wie es geschah: Von Westen her kam fast drohend, aus einer schwarzen Wolkenwand, ein Riesen-Schatten auf uns zu und wir wurden urplötzlich in eine geheimnisvolle Dunkelheit gehüllt. Das war sie: die Totalität. Nun konnten wir mit bloßem Auge in die schwarze Sonne schauen. Die Sonnenkorona funkelte nun wie ein diamantener Ring um die schwarze Mondscheibe. Die Himmelskörper hatten sich "vereint". Rotgelbes, glühendes Licht schimmerte zwischen den Bergen hervor. Es herrschte totale Windstille und eine Ruhe lag über der weitausgebreiteten Stadt in der alle Ampeln auf Rot geschaltet waren. Die Menschen um uns zeigten Freude und Verwunderung. Vereinzelt sahen wir im Umland kleine Feuerwerke, die aber die Dunkelheit nicht zu erhellen vermochten. Fast zwei Minuten waren wir staunende, hilflose Geschöpfe gutmütiger Naturgewalten. Dann wurde es ganz plötzlich hell. Wir sahen den "Brilliant" am rechten Rand des Mondes und die beiden Himmelskörper lösten sich aus Ihrer Begegnug. Eine Stunde nach diesem Ereignis zog der Himmel seinen Wolkenvorhang zu und Wind und Regen wollten uns zeigen, dass sie auf Dauer mehr Einfluss auf unser Leben nehmen als das eben Erlebte.
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