Arne
Rueter
(Kandel nahe Wörth) [
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Zusammen
mit einem Kumpel bin ich am Abend des 10. gegen halb neun aus
Bremen verduftet. Mit diversen Pausen, einige davon auch zum Schlafen,
fanden wir uns gegen neun Uhr morgens in der Pfalz wieder, zwischen
Karlsruhe und Pfaelzer Wald. Stau hatten wir zum Glueck nirgends.
Fast zwei Stunden lang sind wir eigentlich nur planlos in der
Gegend herumgeirrt, in der Hoffnung, irgendwo ein sonniges Fleckchen
zu finden. Das fanden wir dann auch so kurz vor elf bei Buechelberg
kurz vor der franzoesischen Grenze. Ein Parkplatz und zwei Wiesen
waren voll mit Autos, Zelten, Teleskopen und Beobachtern. Als
wir ein Plaetzchen fuer uns gefunden hatten, kamen Wolken... Der
1. Kontakt entging uns ganz, danach linste die Sonne ab und zu
mal durch kleine verschleierte Loechlein. Die Wolken wurden aber
immer dichter, gleichzeitig bildete sich in Richtung Norden aber
ein grosses blaues Loch. Um kurz vor zwoelf hatte ich die Schnauze
voll, packte meinen Kumpel ein und jettete los. Egal wohin, Hauptsache
nordwaerts. Es war wirklich eine Jagd gegen die Wolken (irgendwie
kam die graue Wand eher nordwaerts voran als ostwaerts...) und
gegen die Zeit... Ein Stop um kurz nach zwoelf in einem Dorf,
schoener Blick auf Sonnensichel, dann Wolken. Um zwanzig nach
zwoelf hielten wir an einem Acker etwas ausserhalb von Kandel,
wo zig Leute andaechtig in die gerade scheinende Sichelsonne starrten.
Die Wolkenluecke schien hier gross genug, um die Totalitaet zu
ueberdauern, und die Zeit draengte nun wirklich. Das Licht war
schon fahl, kuehl und windig war es auch, und die Sichel war aeusserst
schmal. Wir blieben dann dort und drueckten die Daumen. Um 12.30
waren dann die Berge, die man in westlicher Richtung sehen konnte,
kohlrabenschwarz - Mondschatten! Um 12.31 war dann die Totalitaet
da, und wir konnten sie sehen! Fahles gespenstisches Licht, kalter
Wind, schoene Korona mit rosa Protuberanzen. In den Wolkenluecken
graublauer Himmel. Leider zu viele Wolken, um Sterne zu sehen.
Nicht mal Venus war zu finden. Nach viel zu kurzen 2 Minuten war
alles rum. Das Licht ging wieder an, kein Wind mehr, es wurde
warm. Die Anspannung loeste sich. Mein Kumpel und ich sprangen
auch sofort ins Auto, um moeglichst noch vor der grossen Rueckreisewelle
aus der Zone rauszukommen. Was einen Moerderstau bei Mannheim
und einen kleineren bei Darmstadt nicht verhindert hat... Zu Hause
waren wir dann abends um halb neun, 24 Stunden nach Aufbruch.
1300 km abgerissen, und - voll und ganz zufrieden!!! Viel Stress
fuer zwei Minuten im Mondschatten, aber wir sind stolz, dass wir's
gemacht haben.
Michael
Mager
(nahe Ramstein) [
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Ich
hatte das grosse Glueck, die SoFi irgendwo bei Ramstein zu beobachten,
wo, wie durch ein Wunder, genau im richtigen Moment eine Wolkenlücke
auftauchte. Obwohl ich seit über 15 jahren Astrofotografie betreibe
und das ganze eher nüchtern angegangen bin, hat's mich doch einfach
umgehauen. ;-) Weiche Knie noch 30 Minuten nach der Bedeckung
und den ganzen weiteren Tag ein verklärtes Grinsen im Gesicht!
;) Was mir besonders aufgefallen ist, war die grosse Anzahl der
Protuberanzen, vor allem wie deutlich sie zu sehen waren. Einfach
wunderschön! :-))
Auch jetzt beim Schreiben bekomme ich noch eine Gänsehaut, wenn
ich an gestern denke. Mir tun nur alle die unendlich leid, die
SoFi nicht sehen konnten. Vor allem aber die, die sie nicht sehen
wollten! Jetzt kann ich jedenfalls die Leute verstehen, die einer
Sonnenfinsternis hinterher reisen.
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| Michael
Mager |
| Fotos
der Totalen Sonnenfisternis vom 11. August 1999 |