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09.11.2023

Venusbedeckung durch den Mond zur Mittagszeit
Am 9. November 2023 wurde die Venus durch den abnehmenden Mond bedeckt. In Mitteleuropa konnte das Ereignis am hellen Tageshimmel beobachtet werden. Die Bedeckung begann für Orte im deutschsprachigen Raum kurz vor 11 Uhr Mitteleuropäischer Zeit und endete kurz nach 12 Uhr.

Die genauen Beobachtungszeiten variierten für verschiedene Orte auf der Erdoberfläche aufgrund der parallaktischen Verschiebung des Mondes um bis zu mehrere Minuten.

Die hell strahlende Venus war bereits vor Beginn der Bedeckung mit dem bloßen Auge neben dem Mond zu erkennen. Viel deutlicher war das Ereignis jedoch mit einem Fernglas oder im Teleskop zu verfolgen.

Peter Zimnikoval

Von der Venus aus betrachtet bewegte sich bei diesem Ereignis der Mond vor der Erde hinweg. Die Bedeckung konnte von allen Gebieten der Erde beobachtet werden, die von der Mondscheibe überdeckt werden.

Verlauf der Bedeckung
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Verlauf der Venusbedeckung vom 9. November 2023 - Der Eintritt erfolgte am hellen, der Austritt am dunklen Mondrand. Der zentrale Pfad gilt für die geographischen Koordinaten 10°O 50°N (nahe Frankfurt/M.) und weicht für andere Orte geringfügig ab.
Am Tag ihrer Bedeckung war die -4,3 mag helle Venus neben Sonne und Mond das auffälligste Objekt am Himmel. Mond und Venus standen zu Beginn etwa 35 Grad hoch über dem Südsüdwest-Horizont, und konnten am Ende noch knapp 30 Grad über dem Südwest-Horizont aufgefunden werden. Die Mondsichel war 27 Tage alt, bzw. zu 15% beleuchtet.

Die helle Sonne befand sich 45 Grad entfernt knapp 25 Grad hoch über dem Südhorizont.

Der Beginn der Bedeckung erfolgte kurz vor 11h MEZ am hellen Mondrand. Die Venus war mit dem bloßen Auge als auffällig helles sternförmiges Objekt links neben der Mondsichel zu erkennen. Mond und Venus besitzen sehr unterschiedliche Oberflächenhelligkeiten. Die Venus erschien dabei deutlich heller.

Während des Eintritts war im Teleskop zu beobachten, wie der zu etwa 59% beleuchtete und rund 20 Bogensekunden große Venusglobus in einem Zeitraum von etwa 70 Sekunden langsam hinter dem Mond verschwand. Bezogen auf den beleuchteten Teil des Globus dauerte das Ereignis nur rund 60 Sekunden. Mit dem bloßen Auge konnte in diesem Zeitraum ein langsames Verblassen der Venus am hellen Mondrand verfolgt werden.

Christoph Rollwagen
Ende der Venusbedeckung vom 18. Juni 2007 - damals am hellen Mondrand
Etwas mehr als eine Stunde später erschien die Venus wieder am gegenüberliegenden Mondrand. Mit dem bloßen Auge war ein langsames Aufleuchten zu erkennen.

Im Teleskop war auch der langsame Austritt am Mondrand zu erkennen. Auch dieses Ereignis dauerte wieder etwa 60 Sekunden lang an (bzw. 40 Sekunden bezogen auf den beleuchten Teil der Venus).

Mondphase: Abnehmend
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Anblick der Mondphase während der Venusbedeckung vom 9. November 2023
Visuelle Beobachtung
Das Ereignis war bei gutem Wetter mit dem bloßen Auge, besser mit einem Fernglas oder einem Teleskop zu beobachten. Bei ausreichender Vergrößerung konnte man erkennen, dass die Venus an diesem Tag etwas mehr als halb beleuchtet war. Ihr Globus wies einen scheinbaren Durchmesser von etwa 20,4 Bogensekunden auf - dies entspricht in etwa 1/88 des Monddurchmessers, der an diesem Tag 30 Bogenminuten und 1 Bogensekunde betrug.

Um die Venusbedeckung zu beobachten, musste ein Ort mit freier Sicht auf dem Südwesthorizont gewählt werden.

Die folgenden Koordinaten gelten für die Venus um 11:00, also etwa zum Beginn der Bedeckung: 12h04m47s Rektaszension, +0°48'50" Deklination (J2000.0).
Fotografische Dokumentation
Moderne digitale Spiegelreflex- Kamera
Bedeckungen der Venus sind recht einfach fotografisch zu erfassen. Kurze Belichtungszeiten reichen aus, um Mond und Venus ablichten zu können. Wer eine Digitalkamera einsetzt, sollte darauf achten, eine möglichst geringe Empfindlichkeit einzusetzen (ISO 100), um das Rauschen des Sensors gering zu halten. Eine Serie verschiedener Belichtungszeiten wird schnell ersichtlich machen, welche die günstigste Einstellung ist. Zu beachten ist, dass der Mond eine deutlich niedrigere Flächenhelligkeit als die Venus aufweist.
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