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Lexikon

Astronomisches Lexikon
S...
Saros

Die relative Stellungen von Sonne, Mond und Erde wiederholen sich periodisch. Die Länge dieser Periode beträgt 6583 Tage oder 18 Jahre und 11.3 Tage. Deshalb wiederholen sich Sonnen- und Mondfinsternisse nach dieser Saros genannten Periode. Beispielsweise wiederholt sich die totale Sonnenfinsternis in Sibirien vom 31. Juli 1981 18 Jahre und 11.3 Tage später, also am 11. August 1999. Die 0.3 Tage Unterschied gegenüber exakt 18 Jahre und 11 Tagen bewirken aber, dass - vom Mond aus gesehen - die Erde gegenüber der Stellung von 1981 um 120 Grad nach Westen gedreht steht. Deshalb findet 1999 die Mitte der Finsternis nicht in Ostsibierien sondern in Europa statt.

Satellit

Bezeichnung für den natürlichen, nicht selbstleuchtenden Begleiter eines Himmelskörpers (z.B. Mond eines Planeten) als auch für künstlich geschaffene Begleiter (z.B. Kommunikationssatellit)

Saturn

Saturn ist der Äusserste der schon seit der Antike bekannten Planeten. Besonders berühmt ist er für seine Ringe, die aus schneeballgrossen bis hausgrossen Brocken bestehen. Er ist wie Jupiter ein aus Wasserstoff und Helium bestehender Riesenplanet. Er hat keine feste Oberfläche. Unter den Wolken steigt Druck und Temperatur immer weiter an, bis schliesslich der Wasserstoff metallisch flüssig wird. Unter seinen sehr zahlreichen Monden (heute sind 60 bekannt) ist Titan die bemerkenswerteste Welt. Seine Stickstoffatmosphäre hat einen Bodendruck, der 1.5 mal so gross ist, wie der der Erde. Unter Titans Wolken gibt es Seen aus flüssigem Methan. Saturn kann als heller Stern von blossen Auge bequem gesehen werden. Ein Kaufhausteleskop zeigt bereits die Ringe und Titan. In grösseren Geräten werden auch ein paar der weiteren Monde sichtbar und andeutungsweise auch jupiterähnliche Wolkenbänder.

Schaltsekunde

Die Schaltsekunde wird bei Bedarf eingeführt, um den Unterschied zwischen UTC und UT1 unter 0.9 Sekunden zu halten.

Schärfentiefe

Wer mit einem Fernrohr Fotos machen möchte, will den Film möglichst im Brennpunkt (Fokus) des Teleskops haben. Der Brennpunkt ist jedoch ein geometrischer Punkt ohne Ausdehnung. Man braucht also ein Mass, um zu wissen wie Nahe man diesem Brennpunkt kommen muss, um noch ein scharfes Bild eines Sterns zu erhalten. Wenn man einen Kreis mit Durchmesser d vorgibt, mit dessen Ausdehnung ein Stern höchstens abgebildet werden darf, so darf man maximal um d * Brennweite/Objektivdurchmesser nach vorne oder hinten vom Brennpunkt abweichen. Wenn d die Ausdehnung eines CCD-Pixels von 9 Mikrometern ist und die Brennweite 2 m bei 20 cm Objektivdurchmesser beträgt, so darf der CCD Chip höchstens 90 Mikrometer vor oder hinter dem Brennpunkt stehen.

Scheinbarer Ort

Ort eines Gestirns auf der Himmelskugel, den ein Beobachter im Erdmittelpunkt messen würde. Konkret heißt das, ein von einem wirklichen Beobachter gemessener Ort ist bereits in Hinblick auf Refraktion und geozentrische Parallaxe korrigiert.

Schmetterlingsdiagramm

Die Darstellung der Verteilung der Sonnenflecken nach heliographischer Breite in Abhängigkeit von der Zeit ergibt ein sogenanntes Schmetterlingsdiagramm.

Schmidt-Cassegrain

Teleskopbauart; Kombination eines Cassegrain-Spiegelteleskops und einer Schmidt-Kamera; bei dieser Art von Spiegelteleskop muß das Licht zunächst durch eine Korrekturplatte am vorderen Tubusende, wird dann vom Hauptspiegel auf den Sekundärspiegel reflektiert und von dort wieder zurück in Richtung Hauptspiegel geworfen; dort geht es durch ein in der Mitte des Hauptspiegel befindliches Loch; hinter dem Loch sitzt der Okularauszug; das Licht läuft also dreimal durch den Tubus; Vorteil: Der Tubus ist halb so lang wie bei einem Newton und einfach zu transportieren; Nachteil: der Sekundärspiegel ist größer als beim Newton, es entsteht eine größere Abschattung (Obstruktion) des Hauptspiegels; durch Brechungseffekte an den Rändern des großen Sekundärspiegels wird das Bild unscharf, außerdem besitzen die SC-Teleskope bauartbedingt Öffnungsverhältnisse um 1:10

Schwarzer Körper

Nicht zu verwechseln mit dem Schwarzen Loch. Es handelt sich dabei um eine idealisierte Vorstellung der Physik. En schwarzer Körper sei ein Körper, der alle einfallende Strahlung absorbiert und nichts reflektiert. Er selbst strahlt dann ein Strahlungsspektrum nach dem Gesetz von Planck ab. Dieses Gesetz enthält als einzigen Parameter die Temperatur des schwarzen Körpers. Deshalb erlaubt Plancks Gesetz beispielsweise die Temperatur der Photosphären der Sonne und Sterne zu schätzen.

Schwarzes Loch

Überrest eines massereichen Sterns, dessen Dichte so hoch und sein Gravitationsfeld so stark ist, das keinerlei Materie oder Strahlung mehr nach außen dringt; das Vorstadium zum Schwarzen Loch ist wahrscheinlich eine Supernovaexplosion; nach neuesten Erkenntnissen befindet sich im Zentrum unserer Milchstraße ein solches Schwarzes Loch das langsam die näheren Sterne verschluckt

Schwarzschildeffekt

Mit diesem Effekt wird eine für die Astrofotografie leider unangenehme Eigenschaft der fotografischen Filme beschrieben. Danach nimmt die Filmempfindlichkeit während der Belichtung exponentiell ab. Nur ganz spezielle mit Wasserstoffgas behandelte, sogenannt hypersensibilisierte Filme verlieren selbst bei stundenlanger Belichtung nicht oder kaum an Empfindlichkeit.

Seeing

Turbulenzen in der Atmosphäre führen zu leicht unterschiedlichen Ausbreitungsrichtungen des Lichts, das in einem Teleskop über eine grössere Fläche gesammelt wird. Durch die Summe verschmiert sich das Bild. Punktförmige Lichtquellen erscheinen im Teleskop als vibrierende Flecken, Planetenoberflächen erscheinen verschmiert. Dieser Effekt wird Seeing (sprich: Sie-ing) genannt. Der Durchmesser des Seeing-Scheibchens kann besser als eine Bogensekunde sein und bei turbulenter Luft auf mehr als 10 Bogensekunden anwachsen. Bei einem kleinem Seeing-Scheibchen (bei einer ruhigen Atmosphäre ohne grosse, sich rasch verändernde Turbulenzen) sprechen Amateurastronomen von einem guten Seeing: Das Bild im Teleskop ist ruhiger und es sind mehr Details auf Planetenoberflächen zu erkennen. Es sind verschiedene Skalen für das Seeing in Gebrauch, z.B. diejenige von Eugene Antoniadi und der Association of Lunar and Planetary Observers (ALPO). In der Skala von Antoniadi I bezeichnet perfekt ruhige Bilder selbst bei grosser Vergrösserung während bei V bereits bei kleiner Vergrösserung nur verschmierte Bilder erkennbar sind. Bei ALPO entspricht 9-10 perfekten Seeing-Bedingungen und 1-2 sehr schlechten Bedingungen.

Sekunde

Die Sekunde ist definiert als die Dauer von 9'192'631'770 Perioden der Strahlung des Atoms Cäsium 133, die dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus im Grundzustand entspricht. Andersherum gesagt definiert man die Frequenz dieser Strahlung zu 9.19263177 GHz.

Selenozentrisch

Selenozentrisch bedeutet auf den Mondmittelpunkt bezogen.

SETI

SETI steht für die Suche nach ausserirdischer Intelligenz (Search for Extraterrestial Intelligence). Mit äusserst leistungsfähigen Teleskopen und Methoden wird unsere Galaxie und auch andere Bereiche des uns zugänglichen Universums nach Zeichen von intelligentem Leben durchsucht. Unsere Technologie erlaubt uns Zivilisationen zu entdecken, die mindestens den selben technologischen Entwicklungstand haben wie wir. Bisher wurden dazu praktisch ausschliesslich Radioteleskope verwendet, heute wird jedoch auch im optischen Bereich gesucht (Optical SETI).

Shapley-Linse

siehe Focalreducer

Siderische Periode

Zeitspanne, die ein Gestirn für eine Rotation oder einen Umlauf benötigt, um (auf einen Stern bezogen) wieder dieselbe Position einzunehmen

Siderischer Monat

Der siderische Monat ist die Zeitspanne, die der Mond braucht, um seinen Umlauf in einem relativ zu den Sternen ruhenden Koordinatensystem zu vollenden. Der siderische Monat dauert 27 Tage 7 Stunden 43 Minuten und 12 Sekunden.

Siderisches Jahr

Das siderische Jahr ist die Zeitspanne, die die Erde braucht, um ihren Umlauf in einem relativ zu den Sternen ruhenden Koordinatensystem zu vollenden. Das siderische Jahr dauert 365 Tage 6 Stunden 9 Minuten und 10 Sekunden.

Soltitien

= Sonnenwende. Speziell sind die Punkte der Ekliptik mit der geringsten und der grössten Deklination gemeint.

Sommerdreieck

Konstellation, die aus den Hauptsternen der Sternbilder Schwan (Deneb), Leier (Wega) und Adler (Atair) willkürlich gebildet wurde und in unseren Breiten am sommerlichen Abendhimmel im Süden steht

Sonnenfinsternis

bei einer Sonnenfinsternis befinden sich Sonne, Mond und Erde in exakt einer Linie; der Mondschatten fällt auf die Erdoberfläche und eine (partielle bzw. totale) Abdeckung der Sonnenscheibe durch den Mond wird beobachtbar; eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neunond eintreten 

Sonnenfleck

Störung im Magnetfeld der Sonne, die sich als dunkler (meist erdgroßer) Fleck von der übrigen Oberfläche abhebt und ca. 2 000 °C kühler ist als diese; die Sonnenflecken haben ein Maximum und ein Minimum in einer elfjährigen Periode.

Sonnenflecken

Die Sonnenflecken sind relativ zur umgebenden Photosphäre etwas kühlere Gebiete, die deshalb als dunkle Flecken auf der Sonne in Erscheinung treten. Die grössten erreichen über 100'000 km an Ausdehnung. Ihre Anzahl schwankt mit einer Periode von 11 Jahren.

Sonnenfleckenrelativzahlen

Die Sonnenflekenrelativzahl R ist definiert als R = 10 x Anzahl der Fleckengruppen + Anzahl aller Sonnenflecken innerhalb der Gruppe. Einzelflecken werden dabei als Gruppen mit einem Fleck gezählt. Die Sonnenfleckenrelativzahl ist ein Mass für die Sonnenaktivität.

Sonnensystem

Traditionell: Das aus der Sonne, den Planeten, Zwergplaneten und ihren Monden, den Kometen, Asteroiden, Meteoroiden, Staub, Gas und (z. B. Gravitations- und Magnet-) Felder bestehende System; Planetensystem innerhalb des Milchstraßensystems, in dessen Zentrum sich der Stern namens Sonne befindet; Ein Sonnensystem ist ein durch Gravitation gebundenes System aus einem Einzel-, Doppel- oder Mehrfachstern und die an sie gebundenen leichteren Körper. Diese Definition umfasst unser Sonnensystem mit der Sonne, sie ist ja ein Einzelstern. Stern ist hier im Sinne der modernen Astrophysik als Synonym für Sonne gebraucht, da die Begriffe Doppelsonne, Mehrfachsonne nicht gebräuchlich sind. 

Sonnentag

Zeit, die die Erde für eine Umdrehung um die Achse bezogen auf die Sonne benötigt (24 Stunden)

Sonnenwind

ständiger, nach allen Seiten in das Sonnensystem ausgehender Teilchenstrom der Sonne, der der Korona entstammt, hauptsächlich aus Elektronen und Protonen besteht und z. B. Polarlichter verursacht

Spektralanalyse

Erforschung der Sternspektren

Spektralklasse

Klassifikation der Sterne auf Grund der Spektralanalyse nach Farben, Oberflächentemperatur, Radius und Masse

Spektrograph

Ein Spektrograph ist ein Instrument zur Aufzeichnung der in einer zeitlich variablen Grösse (Geräusche, elektromagnetisches Feld) enthalten Frequenzen. Bekanntestes Beispiel ist die Aufspaltung von Sonnenlicht in die Farben des Regenbogens mit einen Glasprisma. In der Astrophysik sind Spektrographen der zentrale Instrumententyp zur Untersuchung der Physik des Universums.

Spektrum

Durch Lichtbrechung hervorgerufenes Regenbogenband; für die Erforschung von Spektrallinien; Der Regenbogen ist ein Spektrum des sichtbaren Lichts. Dabei wird die Intensität in Abhängigkeit der Farbe (= Wellenlänge oder Frequenz) gemessen. Physikalisch korrekt für Licht: Ein Spektrum der elektromagnetischen Strahlung ist ihr Fluss ("Leistungsdichte") gemessen in Watt pro m2 pro Hertz als Funktion der Frequenz oder Wellenlänge. Im Falle des nach Wellenlängen aufgezeichneten Spektrums hat der Fluss die Einheit Watt/m2/m.

Spiegelteleskop

siehe Reflektoren

Spiralnebel

frühere Bezeichnung für Galaxien

Spirit

Name eines der beiden Mars Exploration Rovers (MER); Start: 10. Juni 2003; Ankunft: 4. Januar 2004 (bezüglich UTC); Landegebiet: Gusev Krater, Mars; Ergebnisse: In den etwa 160 km im Durchmesser grossen Krater Gusev mündet von Süden her kommend ein grosses Tal, das einmal einen weit im Süden liegenden See entwässert haben soll. Man erwartete deshalb das der Gusev Krater einmal überschwemmt war und sich an seinem Boden See-Sedimente finden sollten. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Spirit fand eine von vulkanischem Basaltbrocken übersäte Ebene. Diese Brocken enthalten auch wasserunbeständige Mineralien. Das eigentliche Grundgestein blieb zunächst unerreichbar. Erst nachdem der Rover eine drei km entfernte Hügelkette erreicht hat, wurden auch andere Gesteine gefunden. Der Rover arbeitet auch ein Jahr nach der Landung weiterhin fehlerfrei.

SRTM

SRTM war eine Mission des Space-Shuttles zur Vermessung der Erdoberfläche mit Radar. Sie war ein Meilenstein in der Erkundung des Planeten Erde aus dem Weltraum.

Starke Kraft

Es ist dies die stärkste der vier Grundkräfte. Sie hat die kürzeste Reichweite. Sie hält die Quarks in den Protonen und Neutronen zusammen sowie die Protonen und Neutronen selbst, so dass diese Atomkerne bilden.

Stern

auch Fixstern; im Gegensatz zu einem Planeten selbstleuchtendes, aus heißen Gasen bestehendes Gestirn, das (abgesehen von der allgemeinen Ausdehnung des Weltalls) nahezu unbeweglich am Himmel steht und (mit Ausnahme der Sonne) im Teleskop lediglich als (oft farbiger) strahlender Punkt erscheint 

Sternära

Lebensabschnitt des Weltalls von dem Ende der Photonenära bis heute. Nur die Sternära ist der Photonen beobachtenden Astronomie (von Gammastrahlen bis Radiowellen) zugänglich. Die Neutrinoastronomie mag vielleicht irgendwann in der Zukunft bis zurück an das Ende der Leptonenära blicken. Ob eine heute noch nicht einsatzbereite Gravitationswellen - Astronomie noch weiter zurückblicken kann, ist heute sowohl technisch als auch theoretisch völlig unklar.

Sternbedeckung

Bei einer Sternbedekung wird ein Stern durch einen Körper des Sonnensystems für einen Beobachter für eine gewisse Zeit bedeckt. Am einfachsten zu beobachten sind die recht häufigen Bedeckungen eines Sterns durch den Mond. Dazu gibt es Tabellen auf dem zu astro!nfo gehörenden online-Rechner CalSKY. Seltener bzw. schwerer zu beobachten sind Bedeckungen von Sternen durch Planeten und Planetoiden. Beispielsweise führte die Bedeckung eines Sterns durch Uranus zur Entdeckung des Ringsystem dieses fernen Planeten.

Sternbild

auch Konstellation; mehr oder weniger willkürliche Zusammenfassung von Sternen zu geometrischen Figuren an der Himmelskugel; diese ist lückenlos in 88 Sternbilder eingeteilt 

Sternhaufen

Ansammlung physikalisch zusammengehöriger Sterne in einer Galaxie, die sich durch ihre erheblich höhere Sterndichte deutlich von ihrer Umgebung abhebt; es werden offene, Kugel- und Bewegungssternhaufen unterschieden

Sterninterferometer

Das Sterninterferometer nach Michelson besteht aus zwei Spiegelöffnungen. Das durch diese Öffnungen aufgenommene Sternlicht wird durch weitere Optik zur Interferenz zusammengeführt. Am Erdboden können so z.B. Abstände von Doppelsternen bis 0.01 Bogensekunden gemessen werden, bei Spiegelabständen in der Grössenordnung 100 m. Dieses Verfahren wird auch Amplituden-Interferometrie genannt.

Sternschnuppe

auch Meteor; Meteoroid, der infolge seiner geringen (meist nur Staubkorn-) Größe in einer Höhe von etwa 80 - 120 km in der Erdatmosphäre verglüht und als Leuchtspur kurz sichtbar ist; Meteore treten häufig in alljährlichen Schwärmen auf und werden dann nach der Lage ihres Radianten nach dem Sternbild benannt 

Sterntag

Zeit die die Erde für eine Umdrehung um die Achse bezogen auf den Sternenhimmel benötigt; 23 Stunden und 56 Minuten

Sternzeit

Vom jeweiligen Beobachtungsstandort abhängige Zeit, die sich aus dem Wert der Rektaszension ergibt, die z. Z. im Meridian steht; Die Sternzeit ist die auf den momentanen Frühlingspunkt und Äquator bezogene Rektaszension des Zenitpunktes. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hat sie für alle Beobachter auf gleicher geographischer Länge den gleichen Wert.

Strahlungsära

10 Sekunden nach dem Urknall bei 5 Milliarden Grad entstanden keine Elementarteilchen mit Ruhemasse mehr. Die Photonen und ihre Wechselwirkung mit den geladenen Teilchen Elektron und Proton dominierten. Dieses heisse Plasma war undurchsichtig, so dass Strahlung und Materie im Temperaturgleichgewicht blieben. Nach 300'000 Jahren Expansion war das Plasma aus Protonen, Heliumkernen und Elektronen mit 3000 Kelvin kalt genug, dass dauerhaft neutrale Atome entstehen konnten. Das Spektrum der Photonen hatte sich mittlerweile von harter Gammastrahlung zum sichtbaren Licht und dem nahen Infrarot verschoben. Die nun entstandenen neutralen Atome wechselwirkten aber nur noch bei diskreten Wellenlängen bei den sogenannten Absorptionslinien mit diesen Atomen. Das Weltall wurde durchsichtig und die Photonenära endete. Die Photonen bildeten nun ein von der Materie entkoppeltes Strahlungsfeld, das wir heute noch als kosmischen Mikrowellenhintergrund sehen, denn auch dieses Photonengas kühlte wegen der Expansion des Weltalls von einer Strahlungstemperatur von anfänglich 3000 K auf heute 2.7 K ab. Bei der Beobachtung dieser Mikrowellen betrachten wir die Photosphäre des Urknalls. Das Weltall hat heute 1 Milliarde mal mehr Volumen als damals.

Strahlungsausbrüche

Englisch: Outbursts. Es handelt sich dabei um ein Phänomen der solaren Radiostrahlung. Dabei steigt der Strahlungsfluss im ganzen Radiofenster plötzlich steil an, jedoch mit unterschiedlichen Stärken bei unterschiedlichen Wellenlängen. Im cm Bereich beträgt die Zunahme der Intensität das 10- bis 40-Fache, bei den Meterwellen ist ein Faktor 10'000 durchaus möglich. Die Strahlungsausbrüche treten zusammen mit dem Erscheinen eines Flares auf.

Strahlungsdruck

Der Strahlungsdruck ist die Impulsübertragung auf absorbierende oder reflektierende Materie durch Lichtquanten. Es gibt Studien, dass man den Lichtdruck des Sonnenlichts für interplanetare Reisen im inneren Sonnensystem (Merkur, Venus, Erde, Mars, Planetoiden) verwenden könnte. Elektrische Antriebe, die den Umweg über die Stromerzeugung in Solarzellen gehen, werden aber von der NASA für ihr Deep-Space Projekt (erster Start erfolgte 1998) bevorzugt, da sie bei gleichem Gewicht bessere Beschleunigungen bieten.

Stratosphäre

Schicht der Erdatmosphäre zwischen 15 km und 50 km Höhe. Ihre obere Grenze markiert auch die Grenze für traditionelle (nicht Raketengetriebene) Luftfahrzeuge (Flugzeuge bis ca. 30 km, Ballone bis 40 km, maximal 50 km Höhe). An der Basis der Stratosphäre erreicht die Luftemperatur ein Minimum um -50 bis -80 Grad C um dann wieder bis zur Obergrenze um 30 Grad anzusteigen.

Stroemgrenradius

Das kugelförmige Volumen, in welchem ein Stern den Wasserstoff zu ionisieren vermag, nennt man das Strömgrenvolumen. Der Radius dieser Kugel wird Strömgrenradius genannt. Er hängt im wesentlichen von der Dichte des Wasserstoffs, der Temperatur und der Leuchtkraft des Sterns ab. Da nur Photonen im UV mit Wellenlängen kürzer als 92 nm den Wasserstoff zu ionisieren vermögen, muss der Stern sehr heiss (>20'000 K) sein, damit ein nennenswerter Teil seiner Energie im mittleren und fernen UV abgestrahlt wird. Ein O5 Stern mit 48'000 K Oberflächentemperatur kann über 300 Lichtjahre um sich herum ionisieren, im Bereich der B5-Sterne (20'000 K) sinkt der Strömgrenradius unter ein Lichtjahr. Noch kühlere Sterne haben kaum noch ionisierenden Einfluss auf den Wasserstoff ihrer Umgebung.

Stundenkreis

Ein Großkreis auf der Himmelskugel durch die Himmelspole.

Stundenwinkel

Der Stundenwinkel eines Sternes ist die Differenz zwischen der Sternzeit und der auf den momentanen Frühlingspunkt und Äquator bezogenen Rektaszension eines Sternes.

Sucherfernrohr

auch kurz Sucher; kleines Fernrohr mit geringer Vergrößerung und Fadenkreuz, daß zum manuellen Ausrichten des Teleskops am Himmel dient; Bezeichnungen wie "7 x 50" bedeuten: 7-fache Vergrößerung, Durchmesser der Frontlinse: 50mm; ein brauchbarer Sucher sollte die Werte 7x 50 oder 8 x 40 haben, bei 8 x 20 zum Beispiel ist das Bild durch die kleine Frontlinse viel zu dunkel

Supernova

Eine Supernova ist die Explosion eines massereichen Sterns, der dabei eine Hülle sich schnell ausdehnenden Gases abstößt und im Zentrum einen Neutronenstern oder ein schwarzes Loch hinterläßt. Ein solches Ereignis übertrifft üblicher Weise für ein paar Tage bis Wochen die Gesamthelligkeit seiner Galaxie. Man unterscheidet in Typ I und II. Bei Typ I handelt es sich um einen Weissen Zwerg, der durch plötzlich einsetzende Kohlenstoffusion explodiert. Typ II betrifft massenreiche Sterne. Dort wird die Detonation durch den Gravitationskollaps des nach dem Siliziumbrennen im Innern entstandenen Eisens zu einem Neutronenstern verursacht.

Surge

Auf deutsch Spritzprotuberanz. Sie treten am Rand optischer Flares auf. Wenn sie sich am Sonnenrand befinden, sehen sie aus wie ein Spritzer.

Synchrotronstrahlung

Geladene Teilchen, meistens Elektronen, bewegen sich bei Anwesenheit eines Magnetfeldes auf Schraubenbahnen und sind somit beschleunigt. Beschleunigte Ladung sendet elektromagnetische Wellen (Licht) aus. Im Falle der Bewegung im Magnetfeld spricht man von Synchrotronstrahlung. Sie ist besonders wichtig für die Radioastronomie, die Elektronen in Magnetfeldern von Planeten oder Galaxien beobachtet. Wenn die Magnetfelder z.B. in der Nähe eines Neutronensterns besonders stark werden, kann das Spektrum bis zu den Röntgenstrahlen reichen.

Synodische Periode

Zeitspanne, die ein sich bewegendes Gestirn benötigt, um von der Erde aus wieder denselben Anblick (bezüglich seiner Stellung relativ zur Erde) zu bieten (z.B. von Opposition zu Opposition)

Synodischer Monat

Im Mittel vergehen 29 Tage 12 Stunden 44 Minuten und 3 Sekunden von einem Neumond bis zur nächsten. Dies nennt man einen synodischen Monat.

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