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Lexikon

Astronomisches Lexikon
G...
Gabelmontierung

Sonderform der parallaktischen Montierung. Hauptsächlich wird sie in Zusammenhang mit Schmidt-Cassegrain-Teleskopen verwendet. Man benötigt hierbei keine Gegengewichte, die Bauform ist daher kompakt, leicht und einfach zu transportieren. Allerdings ist die exakte Ausrichtung auf den Himmelspol für Anfänger etwas schwierig. Zudem sind Gabelmontierung hinsichtlich der Erweiterbarkeit eher unflexibel.

Galaxie

Ansammlung von von etwa einer Milliarde bis einer Billion Sternen und zahlreichen Gas- und Staubnebeln, die sich meist in Spiralform um ein gemeinsames Zentrum winden. Der Durchmesser unserer eigenen Galaxie (Milchstraße) beträgt etwa 100.000 Lichtjahre. Es gibt auch wesentlich kleinere aber auch noch grössere Galaxien. Die Bezeichnung "Galaxis" wird meist nur für unsere eigene Milchstrasse verwendet. 

Galaxis

= das Milchstraßensystem.

Galileische Monde

die vier größten Satelliten des Planeten Jupiter. Sie wurden am 7. Januar 1610 durch den italienischen Astronomen und Naturforscher Galileo Galilei entdeckt. Ihre Namen lauten von innen nach außen Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Sie sind bereits in guten Ferngläsern als sternförmige Objekte in der Nähe des Jupiter erkennbar. Mit der Entdeckung dieser Satelliten konnte zum ersten Mal beobachtet werden, dass es Himmelskörper gibt, die sich nicht um die Erde drehen. Da dies ein Widerspruch zum offiziellen geozentrischen Weltbild von Kirche und Gesellschaft war, nach dem alle Himmelskörper um die Erde kreisten, wurden seine Forschungen von einflussreichen Kreisen bekämpft oder nicht anerkannt.

Gammablitz

= Gammastrahlenblitz, Gammastrahlenausbruch, Gammastrahlenexplosion (von engl. Gamma Ray Burst, Abkürzung: GRB). Diese Ereignisse sind gewaltige Energieausbrüche im Universum von sehr kurzer Dauer, bei denen große Mengen an energiereichen Gammastrahlen freigesetzt werden. Sie ereignen sich jenseits unserer Milchstraße und können bis an den Rand des prinzipiell einsehbaren Weltalls festgestellt werden. Die Intensität der messbaren Strahlung steigt dabei über 0,01 bis 1 Sekunde plötzlich an und dauert auf hohem Niveau über 0,01 bis 100 Sekunden lang an. Innerhalb von zehn Sekunden wird vergleichsweise mehr Energie frei, als die Sonne in Milliarden von Jahren erzeugen kann. Der Gammablitz ist heller als alle übrigen Gammastrahlenquellen am Himmel. Gammablitze zeigen zudem ein Nachglühen im optischen Spekturm sowie im Röntgenbereich, welches innerhalb von einigen Tagen oder Wochen langsam verblasst. Man beobachtete sie erstmals am 2. Juli 1967 mit Spionagesatelliten, welche eigentlich zur Überwachung von Atombombentests gedacht waren. Erst 1973 konnten Wissenschaftler im Los Alamos National Laboratory in New Mexico mit den Daten der Satelliten sicherstellen, dass die Strahlen aus den Tiefen des Weltraums kamen. Die tatsächliche Ursache der Gammablitze ist noch nicht abschließend geklärt. Man vermutet, dass es sich hierbei um die Kollision zweier Neutronensterne oder eines Neutronensterns mit einem schwarzen Loch handelt. Auch ein spezieller Typ von Supernova mit relativistisch schnell ausgestoßenen Gasen ist als Ursache vorstellbar.

Ganymed

mit 5276 km Durchmesser der grösste Mond im Sonnensystem. Er ist sogar noch grösser der Planet Merkur oder der Zwergplanet Pluto. Ganymed umkreist in 1.069.000 km Entfernung den Planeten Jupiter einmal in 7,155 Tagen. Ganymed ist von einer mehrere hundert Kilometer dicken Eisschicht umgeben, die etliche Einschlagkrater aufweist. Unter dem Eis könnte es einen Mantel aus flüssigem Wasser geben. Darunter existiert es eine felsige Schale, die einen Eisen-Nickel-Kern umgibt. Ganymed besitzt ein Magnetfeld von etwa 10% der Stärke des Magnetfelds der Erde.

Gegenschein

durch interplanetaren Staub verursachtes sehr schwaches nebliges Objekt etwa 20 Grad entlang der Ekliptik um den Punkt, der zur Sonne in Opposition steht.

Geodätische Koordinaten

Länge und Breite eines Punktes auf der Erdoberfläche, gemessen bezüglich der geodätischen Vertikalen. Die geozentrische geographische Breite B und die geodätische geographische Breite G sind über die Gleichung: tan(B)= (1-e*e)*tan(G) verknüpft, wobei e die Exzentrizität des Rotationsellipsoids Erde ist. Es ist e=0,006717.

Geoid

ein im Vergleich zur Erdkugel verbessertes Modell der tatsächlichen Form unseres Planeten. Es handelt sich um eine Aquipotentialfläche - eine gekrümmte Fläche, auf der die Kraftwirkung der Schwerkraft auf jedem Punkt der Fläche senkrecht steht. Auf dem offenen Ozean entspricht das Geoid dem über die Gezeitenschwankungen gemittelten Wasserstand des Ozeans.

Geometrische Position

Position eines Gestirns bezogen auf den Erdmittelpunkt, den wahren Äquator und Äquinoktikum aber ohne Berücksichtigung der Aberration und der Lichtlaufzeit.

Geostationäre Bahn

Knapp über der Erdatmosphäre beträgt die Umlaufzeit eines Satelliten 90 Minuten, der Mond braucht in 380'000 km Entfernung einen Monat für einen Umlauf. Die Umlaufzeit nimmt also mit zunehmender Entfernung von der Erde zu. Es muss also eine Umlaufbahn geben mit einer Umlaufzeit die genau ein (Stern-)Tag beträgt. Ein solcher Satellit steht für einen Beobachter auf der Erde immer an derselben Stelle am Himmel. Deshalb sind alle Fernsehsatelliten auf dieser Bahn. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, die Satellitenschüssel der Bewegung des Satelliten nachzuführen. Geostationäre Satelliten befinden sich 36'000 km senkrecht über dem Äquator und haben eine Umlaufzeit von 23 Stunden 56 Minuten und 24 Sekunden. Natürlich werden die Bahnen von Unregelmässigkeiten im Erdkörper sowie durch die Anziehung von Sonne und Mond gestört, so dass die Position von der Bodenstation periodisch korrigiert werden muss.

Geozentrische Koordinaten

Länge und Breite eines Punktes auf der Erdoberfläche relativ zum Erdmittelpunkt. Sie haben ihre Entsprechung in den Himmelskoordinaten Rektaszension und Deklination.

Gesichtsfeld

Größe eines Himmelsausschnitts, das durch ein Okular beobachtet werden kann; hat man zwei Okulare gleicher Brennweite aber mit unterschiedlichem Okulardurchmesser, so zeigt das Okular mit größerem Durchmesser bei gleicher Vergrößerung ein größeres Stück vom Himmel, es hat ein größeres Gesichtsfeld; Okulare mit großem Durchmesser werden bevorzugt; es gibt verschieden Konstruktionsarten von Okularen, die mit mehr oder weniger vielen Linsen ein mehr oder weniger großes Gesichtsfeld erreichen

Gestirn

Sammelbegriff für alle beobachtbaren Himmelskörper, also sich bewegende (insbesondere Planeten und Satelliten) wie "feststehende" (Sterne und dergleichen)

Gleichung des Aequinoktikums

ist die Rektaszension des mittleren Aequinoktikums bezogen auf den wahren Äquator und wahres Äquinoktikum. Anders ausgedrückt ist es die Differenz zwischen scheinbarer Sternzeit und mittlerer Sternzeit.

GMT

Bezeichnung für Greenwich Mean Time, man nennt sie auch Weltzeit. Es handelt sich (bis auf eine Sekunde) um die mittlere Ortszeit des Meridians von Greenwich (London). Die Mitteleuropäische Zeit MEZ geht der Weltzeit GMT um eine Stunde vor, die Mitteleuropäische Sommerzeit geht um 2 Stunden gegenüber GMT vor. Beispiel: Wenn es in Berlin während der Sommerzeit zwei Uhr am Nachmittag ist (14 Uhr), dann ist es 12 Uhr GMT.

Grand Tour

Unter Ausnützung des Geschwindigkeitszuwachs bei geschicktem Vorbeiflug an einem Planeten, kann man bei günstiger Konstellation von Planet zu Planet fliegen. In diesem Jahrhundert ergab sich die Möglichkeit, mit einem Start Ende der 70er Jahre alle äusseren Planeten d.h. Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun mit demselben Raumschiff zu besuchen, wobei nur der Treibstoff für den Flug bis zum Jupiter aufgewendet werden muss. Dieser Flug wurde schliesslich von der Raumsonde Voyager II realisiert, Sie startete am 20. August 1977. Im Juli 1979 flog sie an Jupiter, im August 1981 an Saturn, im Januar 1986 an Uranus und schliesslich im August 1989 an Neptun vorbei. Die Konstellation der Planeten wiederholt sich erst wieder im Jahre 2155. Dazwischen muss man via Jupiter direkt zum gewünschten, ausserhalb des Jupiter seine Bahn ziehenden Planeten fliegen.

Granulation

Die körnige Struktur der Oberfläche (Photosphäre) der Sonne wird als Granulation bezeichnet. Sie entsteht durch turbulenten, konvektiven Wärmetransport ("brodeln"). Es sind aus etwas tiefer gelegenen Schichten der Sonne aufsteigende heisse Gasblasen. Granulen sind etwa 1000 km gross und leben etwa 10 Minuten.

Gravitation

Schwerkraft, Anziehungskraft; je mehr Masse ein Körper besitzt, desto mehr Anziehungskraft übt er aus; Newton hat erkannt, dass zwischen zwei Körpern eine Kraft wirkt, die proportional zum Produkt (d.h. die eine Masse mal die andere) beiden Massen, die wir mit m1 und m2 bezeichnen, ist. Ausserdem ist die Kraft F umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstandes r zwischen den beiden Massen ist. Newton stellte dieses Gesetz gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf. Er konnte mit diesem Gesetz die drei Keplergesetze auf ein einfaches allgemein geltendes Naturgesetz zurückführen und insbesondere die Bewegung der Himmelskörper mit einem auch auf der der Erde geltenden Prinzip erklären. Der (astronomische) Himmel unterschied sich nun nicht mehr grundsätzlich von der Erde.

Gravitationsstabilisierung

Nur der Schwerpunkt eines länglichen Satelliten ist schwerelos. Am der Erde abgewandten Ende überwiegen die Fliehkräfte, am der Erde zugewandten Ende überwiegt die Schwerkraft, so dass die vertikale Ausrichtung des Satelliten einen stabilen Gleichgewichtszustand darstellt. Der Mond ist ebenfalls gavitationsstabilisiert, er zeigt immer dieselbe Seite zur Erde.

Greenwich Sterndatum

Abkürzung: GSD; Das GSD ist die Anzahl Sterntage, die seit Beginn der julianischen Tageszählung (JD = 0.0) vergangen sind.

Gregorianischer Kalender

Der heute gebräuchliche Kalender wurde von Papst Gregor XIII im Jahre 1582 eingeführt. Bis zur Einführung des gregorianischen Kalenders galt der julianische Kalender, bei dem in jedem vierten Jahr ein 29. Februar eingeschoben wurde. Die ab 1582 geltende Regelung zerlegt die Dauer des Jahres von 365.2425 Tagen in 365 + 1/4 - 1/100 + 1/400 Tage. Deshalb wird die Schaltjahrregel wie folgt ergänzt: In jedem vollen Jahrhundert, das nicht durch 400 teilbar ist, entfällt der Schalttag (29. Februar). Das Jahr 1900 war deshalb kein Schaltjahr, das Jahr 2000 wird aber eines sein. Die gregorianische Kalenderreform strich außerdem ein paar Tage aus dem Kalender um den astronomischen Frühlingsanfang wieder auf den 21. März zu legen: Es wurde erlassen, daß auf den 4. Oktober 1582 der 15. Oktober 1582 zu folgen hat.

Grenzgröße

Gerade noch sichtbare Sternhelligkeit in einem Teleskop oder auch mit bloßem Auge

Grosse Mauer

Es handelt sich dabei um eine Art Mauer aus etwa 2000 Galaxien in 500 Mio. Lichtjahren Entfernung. Die grosse Mauer ist 500 Mio. Lichtjahre lang und 200 Mio. Lichtjahre breit aber nur 15 Mio. Lichtjahre tief.

Grössenklasse

Die Astronomen geben die Helligkeit eines Sterns in Grössenkassen an. Klasse 0 sind die allerhellsten, z.B. die Vega, 6 die noch knapp von blossem Auge sichtbaren Sterne und ein Stern 12. Grösse ist gerade noch mit kleineren Amateurteleskopen erkennbar. Wenn der Astronom von (Stern-) Grössen spricht, meint er meistens ihre Helligkeit und nicht ihren Durchmesser. Offizielle Definition nach V. Pogson: Verhalten sich die mit einem Photometer gemessenen Strahlungsströme zweier Sterne wie S1/S2, so ist die Differenz ihrer scheinbaren Helligkeit m1 - m2 = -2.5log(S1/S2). Beispiel: Ein Unterschied von 5 Grössenklassen bedeutet, dass S1 100x schwächer leuchtet als S2.

Großer Roter Fleck

Ovales Turbulenzgebiet auf der Südhalbkugel des Jupiter, eine Art Dauergewitter 

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