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09.05.2016

Merkur-Transit
Merkur-Transit am 9. Mai 2016
Am Montag, den 9. Mai 2016 überquerte Merkur in den Nachmittagsstunden die Sonnenscheibe. Der letzte in Mitteleuropa vollständig beobachtbare Merkur-Transit ereignete sich bereits 13 Jahre zuvor - am »7. Mai 2003.

Von Nord- und Westeuropa, den Küstenstaaten Westafrikas, nordöstlichen Bereichen Nordamerikas, fast dem gesamten Gebiet Südamerikas sowie vom Atlantik und der nördlichen Polarregion aus konnte der gesamte Verlauf dieses recht seltenen Ereignisses beobachtet werden. In weiten Teilen Afrikas und Asiens war nur der Anfang des Ereignisses zu beobachten, die Sonne ging dort bereits vor dem Ende des Transits unter. Dementsprechend konnten Beobachter in der westlichen Hälfte Nordamerikas einschließlich Alaska und dem Pazifischen Ozean nur das Ende des Merkurdurchgangs miterleben, da das Ereignis für diese Regionen bereits vor Sonnenaufgang begonnen hatte.

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Globale Sichtbarkeitsbedingungen des Merkur-Transits vom 9. Mai 2016 - in Mitteleuropa konnte das Ereignis am Nachmittag verfolgt werden

Im deutschsprachigen Raum ging die Sonne etwa zur Zeit des Austritts unter. Im Nordwesten Deutschlands bestanden gute Chancen, dass der Transit bei klarem Himmel bis zu seinem Ende vollständig beobachtet werden konnte. Östlich einer gedachten Linie von Frankfurt (Oder) über Chemnitz und Nürnberg bis zum Bodensee ging die Sonne bereits vor dem vollständigen Austritt der Merkursilhouette unter.

Ereignis
Zeit in MESZ
Position (Winkel)
1. Kontakt
13:12:19 h
83,2°
2. Kontakt
13:15:31 h
83,5°
Mitte (Maximum)
16:57:25,9 h
153,8°
3. Kontakt
20:39:14 h
224,1°
4. Kontakt
20:42:26 h
224,4°
geozentrische Phasen des Merkur-Transits vom 9. Mai 2016

Die obere Tabelle liefert nähere Angaben zu markannten Ereignissen des Merkur-Transits vom 9. Mai 2016. Die hier für jeden Kontakt angegebenen Positionswinkel des Planeten gelten entgegen dem Uhrzeigersinn ausgehend vom Nordpol der Sonne. Insgesamt dauerte dieser Durchgang 7 Stunden und 30 Minuten.

SOHO
Fotomontage vom Verlauf des Merkur-Transits am 8. Mai 2003 beobachtet von SOHO auf dem Lagranche-Punkt L1
Beachten Sie, dass sich die Zeit- und Positionsangaben auf den Mittelpunkt der Erde beziehen (geozentrische Angaben). Die tatsächlichen Kontaktzeiten für bestimmte Beobachtungsorte auf der Erdoberfläche weichen davon mehrere Minuten ab. Aufgrund des veränderten Sichtwinkels kann das Merkurscheibchen von 12 Bogensekunden Durchmesser um bis zu 16 Bogensekunden von seiner Position abweichen.

Die folgende Tabelle enthält Angaben zu den genauen Kontaktzeiten in Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) für verschiedene Beobachtungsorte mit ihren geographischen Koordinaten. t1, t2, t3 und t4 geben die Zeiten für die jeweiligen Kontakte an. Die Angabe tM markiert die Mitte (maximale Phase) des Transits, wenn der Planet den minimalen Abstand zum Zentrum der Sonnenscheibe hat.

Ort
n.B.
ö.L.
t1
t2
tM
t3
t4
Berlin
52°29'
13°29'
13:12:07h
13:15:19h
16:55:59h
20:37:21h
20:40:33h
Zürich
47°22'
8°32'
13:12:15h
13:15:26h
16:56:02h
20:37:19h
20:40:32h
Wien
48°12'
16°22'
13:12:05h
13:15:16h
16:55:55h
-
-
genaue Kontaktzeiten (t) in MESZ des Merkur-Transits vom 9. Mai 2016 für verschiedene Orte mit Angabe der geographischen Koordinaten

Der minimale Abstand von der Mitte der Sonnenscheibe betrug bei diesem Durchgang 318,5 Bogensekunden, bzw. 5'18,5". Der scheinbare Sonnenradius umfasste an diesem Tag 15'50,4". Das dunkle Merkurscheibchen beschrieb somit eine recht lange Sehne, die weitestgehend über der südlichen Hälfte der kreisförmigen Sonnenscheibe lag.

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Kontakte des Merkur-Transits vom 9. Mai 2016: Der Pfad des Merkurs führte über die südliche Hemisphäre der Sonne. Die Angaben der Zeitskala beziehen sich auf die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Die Positionen des Planeten sind aus geozentrischer Perspektive angegeben und weichen für verschiedene Beobachtungsorte leicht ab.

Die Wanderung von Merkur vor der Sonnenscheibe erfolgte rückläufig, also von Ost nach West, da er sich in unterer Konjunktion befand. Das Merkurscheibchen benötigte zu Beginn sowie am Ende des Transits jeweils 192 Sekunden zum Überqueren des Sonnenrandes.
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