Astro Corner - www.astrocorner.de Mittwoch, 19. September 2018
Astro Corner - www.astrocorner.de
AKTUELL WISSEN SERVICE INTERN
zurück
Astro Corner » Wissen » Finsternisse » Transite » 08.06.2004 » Fotos | Kontaktzeiten | Live-Übertragung | Doppel-Transit
 Aktuell »
» AstroNews
» Sternhimmel
» NewsMail
» RSS-Feed
 Wissen »
» Kosmologie
» Finsternisse
» Lexikon
 Service »
» Software
» AstroFotos
» Links
» AstroShop
 Intern »
» Werbung
» Gästebuch
» Kontakt
» Impressum
» Historie
Am 8. Juni 2004 konnte ein seltener Venus-Transit beobachtet werden. Es war nach immerhin 122 Jahren der erste Planetendurchgang seiner Art. Diesem Transit wurde damals weltweit entsprechend eifrig entgegen gefiebert. Das Ereignis konnte in Mitteleuropa und vielen anderen Teilen der Welt beobachtet werden.
Venus-Transit 2004
Am 8. Juni 2004 erreichte die Venus um 10 Uhr MESZ ihre untere Konjunktion zur Sonne. Am Vortag, um 16 Uhr passierte der innere Planet seinen absteigenden Knoten. Der zeitlich geringe Abstand der beiden Ereignisse reichte aus, um einen Transit entstehen zu lassen.

Geozentrisch betrachtet berührte das Venusscheibchen am 8. Juni 2004 die Sonnenscheibe am äußeren Rand um 07h14 MESZ und gab somit den Auftakt für ein kosmisches Schaupiel, das mehr als 6 Stunden später mit dem vollständigen Austritt des schwarzen kreisrunden Scheibchens aus der hellen Sonnenscheibe (4. Kontakt) um 13h26 MESZ wieder beendet wurde.
Pfad der Venus über die Sonnenscheibe
astrocorner.de
Pfad des Planeten Venus über die Sonnenscheibe. Die Zeitangaben entlang der Venusbahn markieren die Positionen des inneren Planeten zu verschiedenen Zeiten. Der Planet bewegt sich in westliche Richtung über die Sonne und beschriebt somit eine Sehne, die die südliche Hemisphäre der Sonne überdeckt. Bei einer Bogengeschwindigkeit von 3,2 Bogenminuten pro Stunde benötigt die Venus ungefähr 6,2 Stunden, um die Sonnenscheibe zu überqueren. Der scheinbare Durchmesser der Venus beträgt 58,6 Bogensekunden, was rund 3% des Sonnendurchmessers von 1887 Bogensekunden entspricht. Die Angaben der Zeitskala beziehen sich auf die Mitteleuropäische Zeit (MESZ). Die Positionen der Venus sind aus geozentrischer Perspektive angegeben und können für verschiedene Beobachtungsorte leicht abweichen.

astrocorner.de
1. Kontakt
Der Transit begann mit dem 1. Kontakt, als der Rand des Venus-Scheibchens den Rand der Sonne von außen erstmalig berührte. Ohne einen speziellen H-Alpha-Sonnenfilter war dieses Ereignis noch nicht zu beobachten, da die Venus erst in Erscheinung tritt, wenn sie sich bereits teilweise über der hellen Sonnenscheibe befindet. Die anfänglich noch unauffällige schwarze Beule benötigte daraufhin ungefähr neunzehn Minuten, um sich in die Sonnenscheibe hinein zu graben und letztlich als dunkles, kreisrundes Scheibchen vor dem Sonnenhintergrund erkennbar zu werden.

astrocorner.de
Eintritt des dunklen Venus-Scheibchens in die helle Sonnenscheibe - zunächst ist lediglich eine winzige Beule zu erkennen, die sich im Laufe weniger Minuten scheinbar zu einer größeren Kerbe erweitert hat. Venus strebt dem 2. Kontakt entgegen

astrocorner.de
2. Kontakt
Der 2. Kontakt trat ein, als die Venus den Sonnenrand vollständig überquert hatte und diesen nun von innen tangierte. Der Zeitraum zwischen dem 1. und 2. Kontakt wird auch als Eintritt bezeichnet. Von nun an befand sich der Planet Venus, der ungewöhnlicher Weise als große kreisrunde schwarze Scheibe zu erkennen war, auf seiner circa 6 Stunden andauernden langsamen Passage über die Sonnenscheibe. Die Venus wies einen Durchmesser von 58 Bogensekunden auf, dies entspricht etwa 1/30 des Sonnenscheibendurchmessers.

astrocorner.de
Mitte des Transits
Zwischenzeitlich erreichte der Planet die Bahnposition des größten Transits. Dieses Ereignis beschreibt den geringsten Abstand der Venus zum Sonnenscheibenmittelpunkt. Während des Transits vom 8. Juni 2004 betrug der minimale Abstand zu diesem Punkt 627 Bogensekunden. Die kreisrunde Schwarze Scheibe der Venus befand sich über der südlichen Hemisphäre der hellen Sonnenscheibe im Hintergrund.

astrocorner.de
3. und 4. Kontakt des Venus-Transits
Der 3. Kontakt dieser Mini-Finsternis wurde erreicht, als die Venus zum ersten Mal den gegenüberliegenden Rand der Sonnenscheibe berührte. Wiederum vergingen 19 Minuten, die der Planet benötigte, um die helle Sonnenscheibe wieder zu verlassen. Letztlich endete der Transit mit dem 4. Kontakt, nachdem die Venusscheibe vollständig ausgetreten war und der Planet wieder aus unserem Sichtfeld entschwunden war. Der Zeitraum zwischen dem 3. und 4. Kontakt wird auch als Austritt bezeichnet.

astrocorner.de
Austritt der Venus vor der Sonnenscheibe - nochmals ist die Überquerung des Sonnenrandes zu beobachten

Ereignis
Geozentrisch
50° Nord, 10° Ost
1. Kontakt
07h13m30s
07h19m58s
2. Kontakt
07h32m47s
07h39m34s
Mitte (Maximum)
10h19m41s
10h22m28s
3. Kontakt
13h06m35s
13h03m58s
4. Kontakt
13h25m51s
13h23m11s
Phasen des Venus-Transits vom 8.06.2004 - Die Kontaktzeiten sind sowohl geozentrisch als auch für den Ort bei den Koordinaten 50° nördlicher Breite und 10° östlicher Länge angegeben. Die Beobachtungszeiten sind in der für diese Zeit in Deutschland gültiger Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angegeben.

Die Kontaktzeiten beziehen sich auf den Erdmittelpunkt. Entsprechende Daten für andere Orte auf der Erdoberfläche weichen hiervon um bis zu plus oder minus sieben Minuten ab. Gleichbedeutend verschiebt sich der Ort des 58 Bogensekunden großen Venusscheibchens vor der Sonne um bis zu 30 Bogensekunden, je nach dem an welcher geographischen Stelle der Erdoberfläche sich der Beobachter befindet. Dieser Effekt entsteht durch parallaktische Verschiebungen des Planeten Venus.
Globale Übersicht
Der gesamte Verlauf dieses äußerst seltenen Ereignisses war weiträumig von Afrika, Asien und auch Europa aus beobachtbar. In Australien und Japan war zwar der Anfang dieses Ereignisses zu beobachten, doch die Sonne ging vor der Austritt der Venus aus der Sonnenscheibe unter. Dementsprechend konnten Beobachter in westlichen Teil Afrikas und von östlichen und zentralen Bereichen Nord- und Südamerikas aus nur das Ende des Transits miterleben, da das Ereignis für diese Regionen bereits vor Sonnenaufgang begonnen hatte.

Ereignis
Geozentrisch
50° Nord, 10° Ost
1. Kontakt
07h13m30s
07h19m58s
2. Kontakt
07h32m47s
07h39m34s
Mitte (Maximum)
10h19m41s
10h22m28s
3. Kontakt
13h06m35s
13h03m58s
4. Kontakt
13h25m51s
13h23m11s
Phasen des Venus-Transits vom 8.06.2004 - Die Kontaktzeiten sind sowohl geozentrisch als auch für den Ort bei den Koordinaten 50° nördlicher Breite und 10° östlicher Länge angegeben. Die Beobachtungszeiten sind in der für diese Zeit in Deutschland gültiger Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angegeben.

Der Transit konnte von der gesamten Tageslichthemisphäre der Erde beobachtet werden. Da das Ereignis jedoch mehr als 6 Stunden andauerte, legte die Erde während dieser Zeit etwa 1/4 der täglichen Rotation zurück. Somit konnte von einigen geographischen Regionen aus das gesamte Ereignis nachvollzogen werden, von anderen Regionen nur der Anfang oder das Ende des seltenen Spektakels. Letztlich konnte von ungefähr einem Viertel der Erdoberfläche aus dieser Venus-Transit nicht erlebt werden, da sich die Sonne zur Zeit des Ereignisses noch unter dem Horizont befand.

astrocorner.de
Globaler Verlauf des Venus-Transits vom 8. Juni 2004
 dunkelgrün = vollständig sichtbar
 hellgrün = teilweise sichtbar
 grau = nicht sichtbar

Während des Eintritts konnte der Transit vom gesamten asiatischen Kontinent, Australien, Europa, Alaska, Nord-Kanada, Grönland und Island aus beobachtet werden. Während des größten Transits war die zu einem Bruchteil verfinsterte Sonne von Europa, Afrika, Asien, Westaustralien und von hohen nördlichen Breitengraden aus zu sehen. Die letzte Phase des Transits, der Austritt der Venus aus der hellen Sonnenscheibe war vom gesamten afrikanischen Kontinent, Europa, Zentralasien, dem östlichen Nordamerika, dem nördlichen Südamerika und von hohen nördlichen Breitengraden einschließlich Grönland, Island und Nordkanada aus nachvollziehbar.

Durch die Erdrotation war die Sonne für bestimmte Regionen bereits untergegangen bevor das Ereignis beendet war. Der Austritt der Venus war dort also nicht zu beobachten. Dieser Fall trat in Japan, Indonesien, den Philippinen, Australien und den östlichen Teilen Asiens ein. Ganz ähnlich erging es Beobachtern im westlichen Afrika, östlichen Nordamerika, der Karibik und dem nördlichen Südamerika, von wo aus der Transit bereits im Gange war, als die Sonne am Morgenhimmel aufging. Somit verpassten diese Beobachter den Eintritt des Venusscheibchens.

Der gesamte Transit war von Europa, Nord- und Ostafrika sowie Asien (mit Ausnahme der äußeren östlichen Regionen) bei entsprechenden Wetterverhältnissen zu beobachten. Unsichtbar hingegen blieb das Ereignis von westlichen Teilen Nordamerikas, dem östlichen Pazifik (inklusive Hawaii), dem südlichen Südamerika (Chile und südliches Argentinien) und der Antarktis.
blättern
interne Links zum Thema
 Astro Corner » Wissen » Finsternisse » Transite » 08.06.2004 »
» Fotos
» Kontaktzeiten
» Live-Übertragung
» Doppel-Transit
 Astro Corner » Wissen » Finsternisse » Transite »
» Geschichtliche Hintergründe
» Entstehung
» Beobachtung
» 07.05.2003
   08.06.2004
» 08./09.11.2006
» 06.06.2012
» 09.05.2016
Transneptune
Transneptune
Portrait der eisigen Boten der Urzeit
AstroPoster
Astro Corner präsentiert großformatige Farbdrucke von eindrucksvollen Himmelsobjekten
Astronomie-
Literatur
Himmelsjahr 2016 jetzt bestellen!
Crossmedia- und WebDesign
.artics erstellt professionelle Internetauftritte, Crossmedia- Produktionen, und Web- Applikationen aller Art.
Ihre Werbung auf dieser WebSite
Hier kann Ihr Werbebanner erscheinen