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15.06.2011

Extrem intensive totale Mondfinsternis im Sommer - in Deutschland nur teilweise sichtbar
Am 15. Juni 2011 ereignete sich eine totale Mondfinsternis, von der in Mitteleuropa jedoch die anfängliche partielle Phase nicht zu beobachten war, da der Mond erst mit Beginn der Totalität aufging.

Der Erdbegleiter trat bei diesem Ereignis sehr tief in den Kernschatten der Erde ein und überstiff sogar die Kernschattenmitte. Zum Maximum der Finsternis erschien der Mond daher ausgesprochen dunkel. Die Totalität dauerte 1 Stunde und 40 Minuten lang an.

Christoph Rollwagen
Collage der Kernschattenphase der totalen Mondfinsternis vom 15. Juni 2011
Beobachtung im deutschsprachigen Raum
Im deutschsprachigen Raum ging der Mond erst auf, als bereits die Totalität dieser Mondfinsternis begann. Aufgrund einer weitgehend geschlossenen Wolkendecke und da die ungewöhnlich dunkle Totalität hier in der hellen Abenddämmerung stattfand, war der verfinsterte Mond vielerorts überhaupt nicht zu erkennen. Der besondere Reiz dieser ungewöhnlich langen und intensiven totalen Mondfinsternis war in Mitteleuropa also leider nicht zu erkennen.

Ort Mondaufgang (MESZ)
Berlin 21:22 h
Hamburg 21:43 h
Hannover 21:37 h
Dresden 21:13 h
Köln 21:38 h
Frankfurt/Main 21:29 h
Stuttgart 21:20 h
München 21:11 h
Salzburg (A) 21:00 h
Graz (A) 20:47 h
Wien (A) 20:48 h
Zürich (CH) 21:16 h
Bern (CH) 21:19 h
Genf (CH) 21:21 h
Verlauf der Finsternis
Die totale Mondfinsternis vom 15. Juni 2010 begann mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Der Vollmond berührte die Penumbra (Halbschatten der Erde) erstmals bereits vor seinem Aufgang um 19:24 h Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ). Zu Beginn des Ereignisses stand der Mond noch unter der Horizontlinie.

YouTube, Christoph Rollwagen
Das Video zeigt eine Animation der Kernschattenphase der Totalen Mondfinsternis vom 15. Juni 2011, bestehend aus 462 Einzelbildern, die im Zeitraum zwischen 20:31 und 23:53 Uhr in Antalya, Türkei aufgenommen wurden. Während des Maximums dieser Finsternis erschien der Mond außergewöhnlich dunkel und konnte am Himmel kaum noch erkannt werden.

Für die meisten Beobachter in Mitteleuropa begann die Finsternis erst mit dem Aufgang des bereits total verfinsterten Mondes um etwa 21:30 h (abhängig vom Beobachtungsort) am Abendhimmel. Zur gleichen Zeit ging die Sonne am gegenüberliegenden Horizont unter. Der verfinsterte Mond war sehr schwierig in der hellen Abenddämmerung auszumachen.

Der total verfinsterte Himmelskörper erschien allerdings nicht vollständig dunkel - ähnlich wie bei einem Sonnenuntergang brechen sich in der Erdatmosphäre vorwiegend rote Sonnenstrahlen, die den Mond erreichen und seine Oberfläche in Farbnuancen von fahlem Kupferrot bis zu strahlendem Orange tauchen.

Lars Meier
Total verfinsterter Mond am 15. Juni 2011, beobachtet in Viernheim, Hessen

Auf seiner scheinbaren Bahn am Himmel bewegte sich unser Trabant während der totalen Phase durch zentrale Bereiche des Kernschattens. Zur Finsternismitte um 22:12 h befand sich die Mondscheibe über dem Kernschattenzentrum. Die Oberfläche des Mondes erschien daher besonders dunkel.

Christoph Rollwagen
Anblick des verfinsterten Mondes am 15. Juni 2011, während der Finsternismitte erschien der Mond außergewöhnlich dunkel, Aufnahmen aus Antalya, Türkei

Die Größe dieser Finsternis betrug 169,99%, d.h. der Mond befand sich maximal rund das 1,7fache seines scheinbaren Durchmessers tief im Kernschatten der Erde. Die vollständige Verfinsterung dauerte insgesamt 1 Stunde und 40 Minuten an. Während der Totalität erschien der Sternenhimmel sehr dunkel und es ließen sich viele schwache Himmelobjekte mit dem bloßen Auge ausmachen.

Lars Meier
Ende der Totalität am Abend des 15. Juni 2011
Um 23:02 h endete die Totalität dieser Finsternis, als der nur knapp 10 Grad hoch am Himmel stehende Mond wieder den Rand des Kernschattens erreichte. Spätestens jetzt war der Mond über dem SO-Horizont zu erkennen. Nach und nach bewegte sich der Mond aus dem dunklen zentralen Schatten heraus, um wieder sein helles Antlitz preiszugeben. Die erneute partielle Phase dauerte bis um 00:02 h an.

Danach war unser kosmischer Begleiter wieder vollständig aus dem Kernschatten ausgetreten - nun erhellte er die Nacht wieder als strahlender Vollmond. Schließlich wurde noch einmal eine Halbschattenphase durchlaufen. Zum Ende der Finsternis um 01:00 h stand der Mond nur rund 15 Grad hoch über dem S-Horizont.

Pfad des Mondes durch den Schatten der Erde während der totalen Mondfinsternis vom 15. Juni 2011 - alle Zeitangaben in MESZ
Christoph Rollwagen
7 Ansichten der totalen Mondfinsternis vom 15. Juni 2011, beobachtet in Antalya, Türkei
Lunarer Schattentanz
Pfad des Mondes durch den Schatten der Erde während der totalen Mondfinsternis vom 15. Juni 2011 - alle Zeitangaben in MESZ
astrocorner.de
Pfad des Mondes durch den Schatten der Erde während der totalen Mondfinsternis vom 15. Juni 2011 - alle Zeitangaben in MESZ

Die totale Mondfinsternis vom 15. Juni 2011 war die 34. von 72 Mitgliedern des Saros-Zyklus 130.
Allgemeine Informationen
Ereignis Zeit in MESZ
Eintritt des Mondes in den Halbschatten 19h24m
Eintritt des Mondes in den Kernschatten 20h22m
Beginn der Totalität 21h22m
Mitte der Finsternis 22h12m
Ende der Totalität 23h02m
Austritt des Mondes aus dem Kernschatten 00h02m
Austritt des Mondes aus dem Halbschatten 01h00m
Magnitude 1,6999
Kernschattenphase (teilweise) beobachtbar in Südamerika, Europa, Afrika, Asien, Australien
Dauer der totalen Verfinsterung 1 Stunde 40 Minuten
Dauer der partiellen Verfinsterung 3 Stunden 39 Minuten

Globale Sichtbarkeitsbedingungen der partiellen Mondfinsternis vom 16. August 2008
astrocorner.de
Globale Sichtbarkeitsbedingungen der totalen Mondfinsternis vom 15. Juni 2011 - in Mitteleuropa konnte nur die zweite Hälfte der Finsternis nach Aufgang des Mondes beobachtet werden
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