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Geminiden

Auffälliger Sternschnuppenschauer im Dezember
Winterliches Naturschauspiel
Im Dezember kann einer der auffälligsten Sternschnuppen-Ströme des Jahres beobachtet werden. Bei den Geminiden handelt es sich um einen Meteorstrom, der mit hoher Zuverlässigkeit recht viele und dabei sehr langsame (35 km/s), teilweise auch besonders helle Meteore hervorbringt.

Der Strom tritt vom 7. bis 17. Dezember auf. Zum Maximum am 14. Dezember fallen aus dem Sternbild Zwillinge recht beständig über 100 Sternschnuppen pro Stunde. Die Geminiden sind besonders eindrucksvoll, weil sie viele helle, typischerweise gelblich-weiss leuchtende Meteore hervorbringen.

Beobachter beschreiben die Geminiden sogar als noch spektakulärer, als die populären »Perseiden, die alljährlich im August beobachtet werden können. Dennoch sind die Geminiden weitgehend unbekannt, was sich wohl vor allem durch die meist sehr kalten und wolkenverhangenen Dezembernächte erklären lässt.

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Radiant der Geminiden

Der Radiant befindet sich während des Maximums in der Nähe der beiden hellen Sterne Castor und Pollux bei den Koordinaten 7h 28m (Rektaszension) und +33° (Deklination). Er steht der Sonne am Himmel ziemlich genau gegenüber, kulminiert somit kurz nach Mitternacht und ist während der gesamten Nacht über dem Horizont zu finden.

Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 21 und 6 Uhr, wenn der Ausstrahlungspunkt der Geminiden hoch am Himmel steht. Somit kann dieser besondere Sternschnuppen-Strom auch recht günstig in den Abendstunden beobachtet werden.

Verlauf der Aktivität

Der Anstieg zur größten Aktivität erfolgt für gewöhnlich recht langsam über einige Tage hinweg, der Abstieg dann aber ziemlich rasch. Zu Beginn erscheinen vor allem recht schwache Objekte. Die hellsten Meteore erscheinen typischerweise erst nach dem Maximum.

Die Meteoroiden innerhalb der Staubwolke, die im Dezember von der Erde durchquert wird, wurden offensichtlich vom Sonnenwind recht stark entsprechend ihrer Größe sortiert. Zuerst erreicht die Erde also den Bereich der kleinsten Fragmente, die noch im Sonnensystem kreisen - je tiefer sie in den Strom eindringt, desto größer werden die Staubteilchen.

Ungewöhnliche Herkunft

Der Ursprung der Geminiden wird nicht wie üblich auf einen Kometen, sondern auf das als Asteroid katalogisierte Objekt (3200) Phaethon zurückgeführt. Phaethon umrundet die Sonne in einer Periode von 1,4 Jahren und nähert sich ihr im Perihel bis auf 21 Millionen Kilometer (0,14 A.E.). Der Orbit des Asteroiden kommt der Erdumlaufbahn mit einem Abstand von nur 2 Millionen Kilometern bedrohlich nahe.

Es wurde vermutet, dass es sich hierbei um einen alten erloschenen Kometenkern handelt, der seine flüchtigen Bestandteile (Gas und Staub) bereits vollständig verloren hat und somit keinen Schweif mehr ausbildet. Phaeton könnte allerdings in der Vergangenheit auch mit einem anderen Objekt kollidiert sein und entlang seiner Umlaufbahn eine Trümmerwolke angesammelt haben.

Die wahre Natur von Phaethon bleibt allerdings weitgehend ungeklärt. Ein Indiz scheinen jedoch die Meteoroiden selbst zu liefern. Studien der hellsten Geminiden-Erscheinungen lassen auf felsiges Material schließen, das hier in die Erdatmosphäre eintritt. Forscher schätzen deren Dichte auf 1 bis 3 g/cm3 - bis zu zehn Mal kompakter als die Überreste eines Kometen, die für gewöhnlich eine Dichte von 0,3 g/cm3 aufweisen.

Auch Infrarotaufnahmen zeigten, dass die Oberfläche von Phaethon aus festem Gestein besteht und trotz hoher Temperaturen von 600° C in Sonnennähe keine Emissionen wie bei einem Kometen auftreten. Es könnte also gut möglich sein, dass es sich bei den Geminiden tatsächlich um einen Asteroiden-Schauer handelt.

Künftige Entwicklung

Die Geminiden sind eine noch recht junge Erscheinung. Erste Beobachtungsberichte dieses Stroms stammen aus dem Jahr 1862. In den vergangenen Jahren wurde ein kontinuierlicher Anstieg der Gemininden-Aktivität verzeichnet. In den kommenden Jahren könnten sich die Geminiden also zu dem interessantesten periodischen Meteorstrom der nördlichen Hemisphäre entwickeln.

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Entwicklung der Geminiden-Aktivität seit 1862

Berechnungen zeigen allerdings, dass sich die Staub- und Trümmerwolke, die die Geminiden hervorbringt, bis zum Jahr 2100 durch den Schwerkraft-Einfluss der Planeten nach und nach von der Erdbahn entfernen wird. Die Geminiden dürften demnach im 22. Jahrhundert wieder völlig verschwunden sein.
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