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McNaught (2010)

Komet C/2009 R1
Schweifstern am Sommerhimmel
von Christoph Rollwagen
Im Sommer 2010 zieht der Komet C/2009 R1 (McNaught) in geringem Abstand an der Sonne vorüber und erreicht dabei eine scheinbare Helligkeit, die ihn zwischen Ende Juni und Anfang Juli unter Umständen mit dem bloßen Auge sichtbar werden lässt. Der Komet wird allerdings nur knapp über dem Nordhorizont erscheinen und dürfte in den hellen Sommernächten nur recht schwierig zu beobachten sein.
Entdeckung
Der Komet wurde im Zuge einer automatisierten Himmelüberwachung von dem Australier Robert H. McNaught am Siding Spring Observatorium auf 5 Aufnahmen entdeckt, die am 9. September 2009 mit dem 0,5-Meter Uppsala Schmidt Teleskop aufgenommen wurden. Zu dieser Zeit besaß das Objekt eine Helligkeit von etwa 17,4 mag. Es handlet sich hierbei um die 51. Kometenentdeckung von Robert McNaught.
Umlaufbahn
Der Komet C/2009 R1 (McNaught) bewegt sich auf einer um 77 Grad zur Ekliptik geneigten hyperbolischen Umlaufbahn um die Sonne. Seinen sonnennächsten Bahnpunkt erreicht er am 2. Juli 2010 in einer Distanz von nur 0,4 A.E. zum hellen Zentralgestirn. Dies entspricht in etwa der Distanz Merkur-Sonne (bzw. rund 60,6 Millionen Kilometer). Etwa 2 Wochen zuvor - am 15. Juni 2010 - durchläuft McNaught seinen erdnächsten Bahnpunkt (Perigäum) in einer Entfernung von etwa 1,135 A.E. (bzw. etwa 169,8 Millionen Kilometer).
Prognose
Von Anfang Mai bis Mitte August 2010 sollte der Komet C/2009 R1 (McNaught) eine scheinbare Helligkeit von mehr als 10 mag zeigen. Während seiner nahen Begegnung mit der Sonne könnte er unter günstigen Umständen sogar mit dem bloßen Auge zu erkennen sein. Von Ende Juni bis Anfang Juli könnte McNaugt demzufolge eine Helligkeit von etwa 5 mag erreichen. Auf jeden Fall sollte McNaught ein interessantes Feldstecherobjekt werden.

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Helligkeitskurve des Kometen C/2009 R1 (McNaught) für dessen Sichtbarkeitsperiode im Sommer 2010
Beobachtung
Im Mai und Juni 2010 ergibt sich eine Morgensichtbarkeit des Schweifsterns. Im Juni schrumpft sein Winkelabstand zur Sonne und McNaught zieht sich langsam vom Morgenhimmel zurück. In dieser Zeit kann er aber von Beobachtern der nördlichen Hemisphäre als zirkumpolares Objekt die ganze Nacht hindurch tief über dem nördlichen Horizont aufgefunden werden.

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Positionen des Kometen C/2009 R1 (McNaught) im Mai und Juni 2010 am Morgenhimmel zu Beginn der Morgendämmerung - das Objekt gewinnt nach und nach an Höhe und kann Anfang Juni etwa 20 Grad über dem Nordosthorizont erkannt werden.

Trotz seiner beachtlichen Helligkeit wird der Komet aufgrund seiner geringen Höhe ein recht schwieriges Beobachtungsobjekt sein. Erschwerend kommt hinzu, dass es zur Zeit der Sommersonnenwende im Norden Deutschlands nicht absolut dunkel wird.
Bahn des Kometen vor dem Sternhimmel
Erste günstige Sichtbarkeitsperiode im Mai

Mitte Mai durchquert McNaught als Objekt 10. Größe die südwestlichen Bereiche des Sternbilds Pegasus. Er bewegt sich in nordwestliche Richtung und wird im letzten Monatsdrittel in die Konstellation Andromeda wechseln und eine Helligkeit von 8. Größe erreichen. Sein Winkelabstand zur Sonne beträgt zu dieser Zeit noch etwa 45 Grad.

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Bahn des Kometen C/2009 R1 (McNaught) im Mai 2010 - die angegebenen Positionen gelten für den jeweiligen Tag um 00 h MESZ

Vom 11. bis zum 25. Mai kann er ohne den störenden Einfluß des Mondes etwa 2 Stunden vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel rund 15 Grad über dem Osthorizont beobachtet werden. In den letzten Maitagen passiert McNaught kuzzeitig die nördlichen Bereiche der Fische.

Im ersten Junidrittel kann der Komet erneut im Sternbild Andromeda aufgefunden werden. Am 7. Juni begegnet er in geringer südwestlicher Entfernung dem 2,13 mag hellen Stern Almak (γ Andromedae). Zu dieser Zeit wirkt sich allerdings das helle Licht des abnehmenden Mondes recht störend aus. »detaillierte Karte im PDF-Format

Zweite günstige Beobachtungsperiode im Juni

Im zweiten Junidrittel zieht der Schweifstern durch den Perseus. Am 14. befindet er sich etwas südlich des rund 1,8 mag hellen Sterns Mirfak (α Persei). Der Komet wird dann zirkumpolar sein, kann also die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden.

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Bahn des Kometen C/2009 R1 (McNaught) im Juni 2010 - die angegebenen Positionen gelten für den jeweiligen Tag um 00 h MESZ

Die günstigste Beobachtungszeit sind jedoch die Stunden von Mitternacht bis etwa 3 Stunden vor Sonnenaufgang. McNaught kann dann nur etwa 10 Grad über dem NNO-Horizont aufgefunden werden. Vom 9. bis zum 23. Juni lässt auch der Mond eine ungehinderte Sicht auf den Kometen zu. In dieser Zeit sollte die scheinbare Helligkeit des Schweifsterns von etwa 6 auf über 5 mag ansteigen.

Im letzten Junidrittel kann McNaught im Fuhrmann aufgefunden werden. Am 21. und 22. zieht er in geringem Abstand etwas nördlich an der etwa 0,8 mag hellen Kapella (α Aurigae) vorbei. »detaillierte Karte im PDF-Format

Perihelpassage bei Vollmond

Zum Ende des Monats Juni nähert sich der Komet recht schnell der Sonne bis auf einen Winkelabstand von nur 20 Grad an. Die Tage in denen McNaught seine größte Helligkeit erreichen wird, fallen nicht nur mit den hellsten Nächten des Jahres, sondern auch mit der Vollmondphase zusammen, wodurch eine erfolgreiche Beobachtung wohl ausgeschlossen sein sollte.

Anfang Juli tritt der Komet in das Sternbild Zwillinge über und wird für Beobachter der nördlichen Hemisphäre unsichtbar.
Bahnelemente
Größe Wert
Epoche 2009 Sep. 28.0 TT = JDT 2455102.5
Periheltermin (T) 2010 Jul 02.54089783 TT
Perihelargument (ω) 130.7610136379116°
Periheldistanz (q) 0.4035687452578727 AE
Knotenlänge (n) 322.6099187162862°
Exzentrizität (e) 1.000536698372828
Bahnneigung (i) 77.10587172791631°
aus 122 Beobachtungen vom 20. Juli bis 29. Dezember 2009
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