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Venus

Der helle Morgen- und Abendstern
Historische Erkenntnisse
Yuen Long, Pete Lawrence
Phasenerscheinung der Venus
An ihrer maximalen Helligkeit gemessen ist die Venus nach Sonne und Mond das dritthellste Objekt am Himmel. Bereits vor tausenden von Jahren war den alten Griechen, Ägyptern, Babyloniern und Chinesen der Planet Venus als auffällige Himmelserscheinung bekannt, die zeitweise als Morgen- oder Abendstern am Himmel prangt. Schon damals wurde die Bewegung des Planeten vor dem Sternenhimmel verfolgt. Allerdings betrachteten die meisten Kulturen den Morgen und den Abendstern noch als zwei verschiedene Himmelskörper.

Mit der Entwicklung des Teleskops im 17. Jahrhundert begannen die Astronomen, den Planeten intensiver zu untersuchen. Im 18. Jahrhundert gingen viele Astronomen davon aus, dass es sich beim Planeten Venus um einen der Erde sehr ähnlichen Zwillingsplaneten handle, der ebenfalls von Menschen bevölkert wäre. Ein weiteres Jahrhundert später wandelte sich die wissenschaftliche Meinung dahingehend, dass Venus eher als warmer und nasser kosmischer Ort angesehen wurde, möglicherweise sehr ähnlich der frühen Erde.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein verblieb die tatsächliche Natur und Beschaffenheit der Venus ein Mysterium für die Wissenschaftler. Doch durch die Nutzung des Radars und erste Raumsonden, die den Planeten aus nächster Nähe erforschten lüftete sich der Schleier. Die Venus entpuppte sich als heißer unwirtlicher Höllenplanet, der von einer dichten wolkenüberzogenen Atmosphäre verhüllt wird.
Charakteristik
Venusaufnahme des HST im UV
NASA / STScI
UV-Aufnahme des Planeten Venus vom Hubble Space Telescope
Die Venus gehört zu den inneren (erdähnlichen) Planeten. Bezüglich Masse, Dichte und Radius ist die Venus der Erde sehr ähnlich. In den anderen physikalischen Parametern treten jedoch kaum Gemeinsamkeiten auf.

Von der Sonne aus gesehen ist Venus nach dem flinken Merkur der zweit entfernteste Planet. Die Atmosphäre verhüllt den Planeten in Wolken aus Schwefelsäure und erzeugt Temperaturen von über 480 Grad Celsius. Auf der Oberfläche markieren abgeflachte Krater zwei Wüstenkontinente und Vulkane erheben sich über großflächige Ebenen aus erstarrter Lava.

Calvin J. Hamilton
Das Innere der Venus
Radarmessungen an Bord amerikanischer Venussonden zufolge macht die Oberfläche des Planeten einen weitestgehend flachen bis hügeligen Eindruck. Auf der Nordhalbkugel wurde ein Hochplateau von 3200km Länge und 1600km Breite entdeckt, das fast 5km höher als die Umgebung ist und an dessen Rändern sich drei große Berggruppen mit bis zu 12.000m über das Grundniveau der Venus erheben. Ferner wurde ein 250km breites und mindestens 1500km langes Kluftsystem aufgefunden, in dem sich eine etwa 6,5 km tiefe und etwa 400 km lange Spalte befindet.

In der Kohlendioxid-reichen Atmosphäre sind Gewitterstürme ein gewöhnliches Phänomen und stürmische Winde jagen in großen Höhen um den Planeten.

Auf der Venus herrschen äußerst unwirtliche Verhältnisse. Hier toben rasante Winde und Gewitterstürme, es ist teilweise so heiß, dass Gestein glüht. Die Gravitation entspricht in etwa der Anziehungskraft auf der Erde, aber der atmosphärische Druck liegt bei dem 90-fachen des Erdatmosphärendrucks. Die Gashülle des Planeten besteht zum größten Teil aus dem Treibhausgas Kohlendioxid.

Dennoch ist die Venus der Erde ähnlicher als der Mars. In ihrer Frühgesichte unterschieden sich die beiden Planeten fast gar nicht voneinander. Dennoch vollzog die Erde eine komplett andere Entwicklung als ihr innerer Nachbarplanet.

Die Atmosphäre der Venus ist heute völlig anders aufgebaut, als die der Erde. Sie besteht in 24 km Höhe (Druck 17,7 bar) aus 96,4% CO2; 3,4% N2; 0,135% H2O-Dampf; alle anderen Bestandteile liegen im ppm-Bereich (1 auf 1 Million): 200 ppm SO2; 70 ppm O2; 200 ppm He; 20 ppm Ar; 5 ppm Ne. Die Venus wird von einer Wolkenhülle umgeben, deren oberste und mit max. 14 km Dicke stärkste Schicht sich zwischen 56 und 79 km Höhe erstreckt. Die durchschnittliche Temperatur dieser Schicht beträgt etwa -20°C; in ihr wurde ein großer Anteil von Schwefelsäurepartikeln nachgewiesen. Das Kohlendioxid, der atmosphärische Wasserdampf sowie die nachgewiesenen festen und flüssigen Schwefelpartikel bewirken die Aufheizung der Venusoberfläche (Treibhauseffekt), so dass Temperaturen von bis zu 450° C erreicht werden. Der Druck am Boden beträgt um 90 bar (=9x106 Pa).

Da die Venus extrem langsam um die eigene Achse rotiert, entspricht ein Tag auf Ihrer Oberfläche 243 Erdentagen. Ein geduldiger Beobachter könnte auf ihrer Oberfläche die Sonne im Westen aufgehen und im Osten untergehen sehen. Die Venus rotiert also entgegengesetzt (retrograd) zur Bahnbewegung um die Sonne und ebenso entgegengesetzt zur Umdrehungsrichtung der Erde und aller anderen Planeten im Sonnensystem.

Die Länge eines Jahres, des vollständigen Umlaufs des Planeten um die Sonne dauert skurriler Weise noch nicht einmal so lange wie ein einziger Tag. Ein gesamtes Jahr dauert auf der Venus 224,7 Erdentage.

So unwirtlich die Venus auch heute erscheinen mag, sind Wissenschaftler dennoch davon überzeugt, dass der Planet einst die Bildung von Leben ermöglicht haben könnte. Auch heute könnten noch in der Hochatmosphäre, in der der Druck eher dem Niveau auf der Erde entspricht und reichlich Wasserdampf vorhanden ist, einfache Mikroben existieren.

Seit April 2006 befindet sich die europäische Raumsonde Venus-Express in einer Umlaufbahn um den Planeten. Eine US-amerikanische Mission ist in Vorbereitung. Beide Sonden sind darauf ausgelegt die Atmosphäre des Planeten genauer zu untersuchen. In den kommenden Jahren werden wir also neue Informationen über unseren gespenstischen Zwillingsplaneten erhalten.

Größe Wert
mittlerer Abstand von der Sonne 108,2x106 km = 0,723 AE
Umlaufzeit um die Sonne 224,7 d
Rotationszeit 243,0 d (retrograd)
Bahnneigung gegen die Ekliptik 3,39°
Exzentrizität der Umlaufbahn 0,007
Äquatorneigung gegen die Bahnebene rund 3°
Äquatordurchmesser 12.104 km
mittlere Dichte 5,24 g/cm³
Masse 4,87 x 1024 kg
Fallbeschleunigung 860 cm/s²
Albedo 0,59
größte scheinbare Helligkeit -4,7 mag
Monde 0
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