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Beobachtung

... des flinken inneren Planeten
Flinker Wandelstern der Dämmerung
Ansicht von Merkur in der Dämmerung
Im Allgemeinen sind die Beobachtungsbedingungen für den kleinsten Planeten im Sonnensystem nicht besonders vorteilhaft. Merkur bewegt sich auf einer sonnennahen Umlaufbahn. Meist befindet er sich nahe des hellen Zentralgestirns am Tageshimmel und ist daher mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Aufgrund seiner hohen Bahngeschwindigkeit wechselt er ständig seinen Standort zur Sonne - mal ist er westlich, mal wieder östlich von ihr zu finden. In einem Jahr wechselt er 6 Mal die Sonnenseite. Sein größtmöglicher Winkelabstand (Elongation) zur Sonne beträgt gerade einmal 28°.

Christoph Rollwagen
Merkur und Mond am 2. September 2005 in der Morgendämmerung
Wenn sein sich ständig verändernder Winkelabstand es erlaubt, ihn nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung über dem westlichen Horizont oder vor Aufgang des hellen Zentralgestirns am Morgenhimmel in östlicher Richtung sichtbar werden zu lassen, ist er bestenfalls nur wenige Grad über dem Horizont als Objekt 1. bis -1. Größe aufzufinden. Auch nur leichte Bewölkung oder Dunst kann so nahe am Horizont eine Beobachtung des Planeten stark erschweren oder gänzlich unmöglich machen.

Bei der Beobachtung mit dem Teleskop macht sich aufgrund seiner nur geringen Höhe über dem Horizont häufig die Luftunruhe sehr störend bemerkbar. Da das Licht eines horizontnahen Objekt eine lange Strecke durch die Erdatmosphäre zurücklegen muss, wird das Bild durch Turbulenzen, Lichtbrechung und Absorption mehr oder weniger stark verfälscht. Daher ist Merkur für unerfahrene Planetenbeobachter ein eher undankbares Objekt.

Selbst einige berühmte Astronomen sollen Merkur nie zu Gesicht bekommen haben. Dennoch sollte man sich nicht scheuen, den Planeten während einer günstigen Beobachtungsperiode aufzusuchen. Merkur birgt durchaus einige interessante Merkmale und kann eine besondere Herausforderung sein.

Phasengestalt

Phasengestalten eines inneren Planeten
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Phasengestalten eines inneren Planeten von der Erde aus betrachtet
Wie der zweite innere Planet Venus und der Erdmond zeigt auch der Merkurglobus während einer Sichtbarkeitsperiode schnell wechselnde Phasengestalten. Um diese zu erkennen, benötigt man ein Teleskop mit einer Öffnung ab 60 Millimeter.

Phasengestalt Erklärung
Untere Konjunktion Das Merkurscheibchen erscheint am größten, weil der Planet der Erde am nächsten ist. (Neumerkur) Sollte zu dieser Zeit kein seltener Transit eintreten, bleibt er für uns unsichtbar.
Größte westliche Elongation Merkur ist als Morgenstern zu sehen. In den Tagen zuvor und danach lassen sich auch die wechselnden Phasengestalten beobachten.
Obere Konjunktion Merkur kann nicht beobachtet werden, da er am Taghimmel in unmittelbarer Nähe der Sonne oder sogar direkt hinter ihr steht. (Vollmerkur)
Größte östliche Elongation Merkur kann am Abend über dem westlichen Horizont beobachtet werden.
Dichotomie Der Merkurglobus erscheint im Teleskop zu 50% beleuchtet. (Halbmerkur)

Scheinbare Bewegungen der inneren Planeten
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Bewegung eines inneren Planeten

Wie der Erdmond besitzt auch Merkur keine Atmosphäre. Meist erscheint das Planetenscheibchen verwaschen und strukturlos. Auf der Oberfläche des Planetenkörpers lassen sich bei besonders guten Sichtbarkeitsbedingungen zeitweise aber auch einige größere Oberflächendetails erkennen - helle und dunkle Bereiche wechseln sich ab. Hierzu wird allerdings ein Instrument mit einer Apertur von mindestens 80 bis 100 Millimetern benötigt.

Schwankende Elongation

Aufgrund der starken Exzentrizität des elliptischen Merkur-Orbits kann dessen größter Winkelabstand während einer Beobachtungsperiode zwischen 20° und 28° variieren. Befindet sich Merkur zum Zeitpunkt der größten Elongation an seinem sonnennächsten Bahnpunkt (Perihel), dann beträgt der Winkel der größten Elongation nur 20°. Wenn Merkur zum Zeitpunkt der größten Elongation sein Aphel (sonnenfernster Punkt) passiert, beträgt die größte Elongation 28°.

Zudem verändert sich die Neigung der Ekliptik zur Horizontlinie im Laufe der Jahreszeiten am Himmel beträchtlich. So kann es durchaus dazu kommen, dass der Merkur einen recht großen Winkelabstand zur Sonne besitzt, die Ekliptik jedoch flach über den Horizont verläuft und sich der Planet daher nur knapp über dem Horizont befindet. Besonders günstige Sichtbarkeiten ergeben sich, wenn Merkur im Frühjahr seine größte östliche Elongation erreicht oder wenn der Planet seine größte westliche Elongation im Herbst durchläuft. In beiden Jahreszeiten ragt die Ekliptik am Abend- bzw. Morgenhimmel steil auf.

Eine vergleichsweise ähnliche geographische nördliche oder südliche Breite vorausgesetzt, sind bei der Beobachtung des Merkurs die Sterngucker der Nordhalbkugel benachteiligt, denn die größten Merkur-Elongationen treten nur dann auf, wenn die Ekliptik am Morgen- oder Abendhimmel für einen Beobachter der nördlichen Hemisphäre flach über dem Horizont verläuft (März/September).

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Beobachtunsperioden des Planeten Merkur im Jahr 2011

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Beobachtunsperioden des Planeten Merkur in den Jahren 2005, 2006, 2007 (oben) sowie 2008, 2009 und 2010 (unten)

Die Sichtbarkeiten des Merkurs folgen weitestgehend einem wiederkehrenden Zyklus, der eine Periode von 13 Jahren zeigt. Die folgende Tabelle beschreibt die Beobachtungsmöglichkeiten des Merkurs von der Nordhalbkugel der Erde aus betrachtet in den Jahren 2007 bis 2019 für jede Monatshälfte. Ab 2020 wiederholen sich die Sichtbarkeiten nach diesem Schema.

Jahr J F M A M J J A S O N D
2007 -A Aa mm -- aA Aa mM m- a- -- TMM --
2008 AA mm mm -A AA -m Mm aa a- mM M- -A
2009 Am mm -- AA A- mm ma aa -M Mm -- aA
2010 mM m- -A AA T-m m- aa a- MM m- -a am
2011 Mm -- AA am mm -a Aa -M Mm -- aa mM
2012 m- -A A- mm m- aA a- MM m- aa T-M Mm
2013 -- AA mm m- -A Aa -M Mm -a a- TMM m-
2014 aA Am mm -- AA A- MM m- a- -M Mm -a
2015 AA mm m- -A Aa -m M- aa -- MM m- aA
2016 am mm -a AA T-- mm -a aa -M Mm -- aa
2017 Mm m- aA A- Tmm m- aA a- MM m- -a aM
2018 Mm -a AA mm mm -a Aa -M M- -a a- MM
2019 m- aA Am mm -a AA a- MM -- aa T-M Mm

-
a
A
A
m
M
M
T
nicht sichtbar
bescheidene Abendsichtbarkeit
günstige Abendsichtbarkeit
besonders günstige Abendsichtbarkeit
bescheidene Morgensichtbarkeit
günstige Morgensichtbarkeit
besonders günstige Morgensichtbarkeit
möglicher Termin für Merkurtransit

Beobachtung am helllichten Tage

Ansicht von Merkur im Teleskop am Tageshimmel
Mit einem Fernrohr ist es durchaus möglich, Merkur am blauen Tageshimmel aufzufinden. Hieraus ergibt sich der Vorteil, das Merkur hoch über dem Horizont steht und eine Beobachtung somit viel weniger durch den störenden Einfluss der Atmosphäre behindert werden kann. Die Beobachtung erfolgt ohne Sonnenfilter in unmittelbarer Nähe zur Sonne und ist daher recht gefährlich.

Eine solche Beobachtung sollten nur erfahrene Astronomen mit besonderer Vorsicht durchführen, da ein Blick in die Sonne - erst recht durch ein Teleskop hindurch - zu irreparablen Schäden oder sogar zum Verlust des Augenlichtes führen kann.

Um Merkur am Tageshimmel aufzufinden, berechnet man die Differenz zwischen Rektaszension und Deklination von Sonne und Merkur. Dann sucht man mit einem geeigneten Sonnenfilter im Teleskop die Sonne und dreht das Gerät um den entsprechenden Betrag um beide Achsen. Nun wird der Sonnenfilter abgenommen und Merkur sollte im Sichtfeld auftauchen. Wenn der Planet noch nicht zu erkennen ist, sollte die gesamte Prozedur mit vorher wieder angebrachtem Sonnenfilter wiederholt werden. Auf keinen Fall sollte man nachträglich justieren, da das Risiko besteht, das plötzlich die Sonne ins Sichtfeld gerät. Um eine größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, sollte man sich in den Schatten eines Hauses stellen, um die Sonne abzudecken - bei westlicher Elongation befindet sich Merkur von der Nordhalbkugel beobachtet rechts von der Sonne.

Merkur-Transite

HINODE
Merkur-Transit am 8./9. November 2006
Die Umlaufbahn des Planeten Merkur befindet sich innerhalb der Erdbahn. Daher kommt es hin und wieder dazu, dass der kleine Planet zwischen Erde und Sonne vorüberzieht. Zu einem solchen Zeitpunkt kann im Teleskop die Silhouette des Planeten vor der hellen Sonne erkannt werden.

Der Transit oder die Passage des Planeten Merkur vor der Sonnenscheibe ist eine relativ seltene Erscheinung. Im Durchschnitt kommt es zu 13 Merkurtransiten in einem Jahrhundert.
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