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Sternhimmel

Beobachtungshinweise zu aktuellen Ereignissen am Firmament im Dezember 2011
Mit jedem neuen Monat gibt es etwas anderes am nächtlichen Himmel zu beobachten. Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht zu den Ereignissen am Sternhimmel, den Beobachtungsmöglichkeiten der Planeten und anderer kosmischer Objekte im Dezember 2011.
Der Sternhimmel im Dezember 2011
Drehbare Sternkarte
Klicken Sie auf das Bild, um eine Karte des Sternhimmels am 15. Dezember 2011 um 22 Uhr MEZ zu erhalten. Die Ansicht gilt auch für den 1. um 23 Uhr und den Monatsletzten um 21 Uhr.
Die Dezembernächte bieten dem Beobachter etwa 13 Nachtstunden vom Ende bis zum erneuten Beginn der nautischen Dämmerung. Die Herbststernbilder haben den Meridian bereits überschritten und verlagern sich deutlich in die westliche Hemisphäre.

Der nun in den Vordergrund tretende winterliche Sternhimmel bietet vor allem für den Einsteiger interessante und einfache Beobachtungsobjekte. Wer seinen inneren Schweinehund überwindet und das warme Haus in einer klaren kalten Dezembernacht verlässt, wird von der ergiebigen Pracht des Wintersternhimmels überrascht sein.

Die Wintermilchstraße zieht sich im Dezember vom Nordwesten über den Zenit bis in den Osten. In der kalten Jahreszeit blicken wir in äußere, weniger dichte Bereiche unserer Galaxie. Daher erscheint die Wintermilchstraße weniger prachtvoll als das sommerliche Gegenstück.

Über dem Südost-Horizont kann das auffällige große Wintersechseck identifiziert werden. Es setzt sich aus den hellsten Sternen der markanten Wintersternbilder zusammen. Capella in der Konstellation Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier bilden die Sechs Ecken der winterlichen Himmelsformation.

Hoch im Süden glitzern die Plejaden - ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier. Darunter befindet sich das unauffällige Sternbild Eridanus. Der Südwesten wird von den Sternbildern Walfisch und Fische geprägt, die nur sehr wenige helle Sterne besitzen. Im Westen sinkt das Pegasusquadrat zum Horizont hinab. Im Nordwesten findet man die Konstellationen Kepheus und Schwan. Den Norden dominieren die Sternbilder Drache, Kleiner und Größer Bär, im Nordosten gehen Krebs und Löwe auf. Im Zenit prangt Perseus - begleitet vom Dreieck, Andromeda und der Kassiopeia.

Besonders empfehlenswerte Beobachtungsobjekte im Dezember sind die Doppelsterne gamma And, lambda Ori, sigma Ori, zeta UMa, delta Dra, zeta Lyr, beta Lyr, theta Ser, beta Cyg und gamma Del; die offenen Sternhaufen h und chi Per, M45 (Plejaden), M35, M36, M37 und M38; die Kugelsternhaufen M2, M15 und M92; die Gasnebel M1 (Krebsnebel), M42 (Orionnebel), der Rosetten- und der Konusnebel; sowie die Galaxien M31 (Andromedanebel), M32, M33 (Dreiecksnebel), M81, M82, M106, NGC 205 und NGC 2403.
Planetensichtbarkeiten im Dezember 2011
Merkur

Der flinke innere Planet durchläuft am 4. Dezember seine untere Konjunktion. Danach entfernt er sich rasch von der Sonne. Bereits am 23. erreicht er seine größte westliche Elongation mit einem Winkelabstand von 21°41' vom hellen Zentralgestirn.

Erstmals kann der 0,5 mag helle Merkur am 13. über dem morgendlichen Südosthorizont erkannt werden. Am 18. erscheint das 7,3 Bogensekunden große Merkurscheibchen genau halb beleuchtet - die Dichotomie tritt ein. 5 Tage später strahlt Merkur -0,4 mag hell. Die beste Beobachtungszeit dauert vom 17. bis 25. Dezember an. Danach wird Merkur unbeobachtbar.

Die nahen Begegnungen mit Antares am 22. und der schmalen Mondsichel am 23. sollten mit dem Fernglas beobachtet werden.  
Venus

Die Venus kann im Dezember am Abendhimmel aufgefunden werden. Die Sichbarkeitsbedingungen werden allerdings nur zögerlich besser. Die scheinbare Helligkeit der Venus steigt leicht vom -3,8 auf -4,0 mag an. Teleskopbeobachter können eine Zunahme des Venusdurchmesser auf 13 Bogensekunden und einen Rückgang der beleuchteten Fläche auf 83% zum Monatsende verfolgen.  
Mars

Unser roter Nachbarplanet Mars kann im Dezember im Sternbild Löwe aufgefunden werden. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Monats deutlich von 0,8 auf 0,2 mag zu. Der Planet ist mittlerweile zum auffälligen Objekt der zweiten Nachthälfte geworden. Im Teleskop lässt sich ein fast 9 Bogensekunden großes Scheibchen erkennen.  
Jupiter

Jupiter beendet am 26. seine diesjährige Oppositionsperiode und zieht sich vom Morgenhimmel zurück. Seine Helligkeit nimmt von -2,8 auf -2,6 mag ab. Er kann nun im Sternbild Fische an der Grenze zum Widder aufgefunden werden.  
Saturn

Der 0,7 mag helle Ringplanet kann am Morgenhimmel im Sternbild Jungfrau aufgefunden werden.

Am 20. Dezember zieht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes an Saturn und Spica vorüber.  
Die äußeren Planeten

Der 5,9 mag helle bläuliche Gasplanet Uranus beendet zu Beginn des Monats seine Oppositionsperiode und ist daraufhin wieder rechtläufig. Uranus kann in der ersten Nachthälfte im Sternbild Fische aufgefunden werden. Im Teleskop erkennt man ein kleines blaugrünes Planetenscheibchen.

Neptun kann nur noch bis zur Jahreswende als 8,0 mag helles Objekt am Abendhimmel im Sternbild Wassermann aufgefunden werden. Im Teleskop erkennt man nur ein winziges bläuliches Planetenscheibchen.

Pluto steht am 29. im Sternbild Schütze in Konjunktion zur Sonne.
Himmelsereignisse im Dezember 2011
Tag	Ereignis
-----------------------------------------------------------
02.	Mond im Ersten Viertel,
	Mond bedeckt HR 8735 (6,4 mag)
03.	Mond bedeckt 16 Psc (5,7 mag)
04.	Barbara,
	2. Advent,
	Merkur in unterer Konjunktion zur Sonne
06.	Nikolaus,
	Mond bei Jupiter
07.	Mond bedeckt 40 Ari (5,8 mag)
10.	Vollmond,
	Totale Mondfinsternis in Asien, Australien, Europa
	und Nordamerika
11.	3. Advent
14.	Geminiden-Maximum,
	Mond bedeckt Acubens (4,3 mag)
15.	Mond bedeckt kappa Cnc
18.	4. Advent,
	Mond im Letzten Viertel
19.	Mond bedeckt 21 Vir (5,5 mag)
22.	Wintersonnenwende (Winteranfang)
23.	Merkur in größter westlicher Elongation,
	Mond bei Merkur
24.	Heiligabend,
	Neumond,
	Komet C/2009 P1 (Garradd) im Perihel
25.	1. Weihnachtsfeiertag
26.	2. Weihnachtsfeiertag
28.	Mond bedeckt SAO 145635,
	Mond bedeckt 46 Cap (5,1 mag)
29.	(134340) Pluto in Konjunktion zur Sonne
31.	Silvester
Planetoiden im Dezember 2011
Verfolgung der Bewegung eines Planetoiden vor dem Sternenhimmel
(15) Eunomia erreichte am 28. des Vormonats ihre Opposition zur Sonne. Sie kann als maximal 8,0 mag helles Objekt im Sternbild Perseus aufgefunden werden.  
Kometen im Dezember 2011
Komet
Im Dezember 2011 befindet sich der Komet C/2009 P1 (Garradd) im Sternbild Herkules. Seine scheinbare Helligkeit dürfte etwa 7 mag betragen.  
Meteore im Dezember 2011
Geminiden
Im Dezember kann einer der auffälligsten Sternschnuppen-Ströme des Jahres beobachtet werden. Die Geminiden sind ein Meteorstrom, die recht langsame (35 km/s) und teilweise sehr helle Meteore hervorbringt. Der Strom tritt vom 7. bis 17. Dezember auf. Zum Maximum am 14. Dezember fallen aus dem Sternbild Zwillinge bis zu 120 Geminiden pro Stunde. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 21 und 6 Uhr. Als Ursprungskörper der Geminiden ist der Aseroid (3200) Phaeton bekannt.

Ursiden
Vom 17. bis 26. Dezember sind die Ursiden zu beobachten, die auf den periodischen Kometen 8P/Tuttle zurückzuführen sind und deren Radiant im Sternbild Kleiner Bär liegt. Für gewöhnlich lassen sich bis zu 20 recht langsame (33 km/s) Meteore pro Stunde beobachten. Das scharfe Maximum wird am 22. Dezember auftreten. Die Ursiden können die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden, da ihr Radiant zirkumpolar ist.

Coma Bereniciden
Die vom 5. Dezember bis zum 31. Januar aktiven Coma Bereniciden erreichen am 20. und 29. Dezember ihr Doppel-Maximum. Dabei werden jeweils nur bis zu 5 sehr flinke (65 km/s) Meteore in der Stunde zu sehen sein.

Schwächere Ströme mit weniger als 5 Meteoren pro Stunde, die im Dezember ihr Maximum erreichen, sind die sehr langsamen (28 km/s) Chi-Orioniden (Maximum 2.12.), die 42 km/s schnellen Dezember-Monocerotiden (Maximum 9.12.) und die 58 km/s flinken Sigma-Hydriden (Maximum 12.12.).  
»November 2011 »Januar 2012
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