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 von Christoph Rollwagen |
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| 15.10.2008
Nachdem die Venus sich im Februar 2008 vom Morgenhimmel zurückzog, konnte sie nur noch von erfahrenen Beobachtern mit dem Teleskop am Tageshimmel nahe der Sonne aufgefunden werden. Im Juni 2008 durchlief sie ihre obere Konjunktionsstellung. Seither vergrößert sich ihr östlicher Winkelabstand von der Sonne wieder. Seit einigen Wochen kann sie kurz nach Sonnenuntergang wieder in der Abenddämmerung aufgefunden werden. Vorerst zeigt sie allerdings nur eine eher bescheidene Sichtbarkeit. Erst im Dezember wird die Venus wieder zum auffälligen Abendstern erwachsen. |
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| astrocorner.de, SOHO |
| Animation der Venus auf Bildern des Sonnen- Observatoriums SOHO während der oberen Konjunktion im Juni 2008 - Venus läuft hinter der Sonnenscheibe (weißer Kreis) durch, im Hintergund sind die Plejaden und Hyaden zu erkennen |
Venus tauchte von vielen Beobachtern unbemerkt bereits zu Beginn des Monats August am Abendhimmel auf. Aufgrund der jahreszeitlich bedingten flachen Lage der Ekliptik über dem abendlichen Westhorizont besitzt sie bei ausreichend fortgeschrittener Dämmerung allerdings bei uns keine sehr große Höhe über dem Horizont, so dass ihre Sichtbarkeit bis Dezember 2008 nicht besonders vorteilhaft ausfällt.
Ihren vollen freisichtigen Glanz konnte die Venus nur für einige Minuten während der Totalen Sonnenfinsternis am 1. August für einige prädestinierte Finsternisbeobachter entfalten.
Im Oktober kann der -4,0mag helle Planet nach Sonnenuntergang tief über dem Südwest-Horizont erkannt werden. Am 26. passiert die Venus Antares. Im Teleskop kann ein etwa 13 Bogensekunden großes rundliches Planetenscheibchen erkannt werden.
Bis zur Jahreswende wird die Phasengestalt der Venus nach und nach abnehmen. Am Silvesterabend wird man im Teleskop einen etwas mehr als halb beleuchteten auf 21 Bogensekunden angewachsenen wolkenverhüllten Planeten erkennen können.
Im letzten Monat des Jahres 2008 wird sich der Abendstern endlich aus den Fängen der Sonne befreien und wieder zum auffälligen Abendstern erstrahlen können. Eine Stunde nach Sonnenuntergang wird die Venus dann etwa 15 Grad hoch über dem Südsüdwest-Horizont glänzen. Die scheinbare Helligkeit des inneren Planeten nimmt bis Ende 2008 auf -4,3mag zu. |
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| Petr Pazour |
| Merkur, Mond, Venus, Mars, Plejaden und Hyaden am Abendhimmel des 22. März 2004 |
Astronomischen Laien ist die Venus vor allem als Morgen- und Abendstern bekannt. Wenn der innere Planet in der Dämmerung hoch über dem Horizont steht, ist er ein überaus auffälliges Gestirn. Die größte scheinbare visuelle Helligkeit der Venus beträgt -4,7 mag. Somit ist sie neben Sonne und Mond das hellste Gestirn am Himmel.
Ab und zu ergeben sich fotografisch reizvolle Begegnungen mit der schmalen Mondsichel. Das Bild zeigt die typische Ansicht der Venus als glänzendes sternförmiges Objekt in der Dämmerung. Hier befindet sich der Mond tief am Horizont, die Venus noch hoch am Himmel.
Die Sichtbarkeiten der Venus als Morgen- oder Abendstern folgen einem wiederkehrenden Zyklus, der eine Periode von 8 Jahren zeigt. Die folgende Tabelle beschreibt die Beobachtungsmöglichkeiten der Venus von der Nordhalbkugel der Erde aus betrachtet in den Jahren 2004 bis 2011. Ab 2012 wiederholen sich die Sichtbarkeiten nach diesem Schema.
| Jahr |
J |
F |
M |
A |
M |
J |
J |
A |
S |
O |
N |
D |
| 2004 |
A |
A |
A← |
A |
A |
-↓T |
M |
M→ |
M |
M |
M |
M |
| 2005 |
- |
- |
-↑ |
- |
- |
- |
A |
A |
A |
A |
A← |
A |
| 2006 |
-↓ |
M |
M→ |
M |
M |
M |
M |
M |
M |
-↑ |
- |
- |
| 2007 |
A |
A |
A |
A |
A |
A← |
A |
-↓ |
M |
M→ |
M |
M |
| 2008 |
M |
M |
- |
- |
- |
-↑ |
- |
- |
A |
A |
A |
A |
| 2009 |
A← |
A |
-↓ |
M |
M |
M→ |
M |
M |
M |
M |
M |
- |
| 2010 |
-↑ |
- |
A |
A |
A |
A |
A |
A← |
A |
-↓ |
M |
M |
| 2011 |
M→ |
M |
M |
M |
- |
- |
- |
-↑ |
- |
- |
A |
A |
-
A
A
M
M
T
←
→
↓
↑ |
nicht sichtbar
bescheidene Abendsichtbarkeit
günstige Abendsichtbarkeit
bescheidene Morgensichtbarkeit
günstige Morgensichtbarkeit
Venustransit (in den Jahren 2004 und 2012)
größte östliche Elongation
größte westliche Elongation
untere Konjunktion
obere Konjunktion |
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| astrocorner.de |
| Position der Venus am Himmel während die Sonne die Horizontlinie überquert - Ansicht der Sichtbarkeitsperiode von Juli 2008 bis März 2009 |
Das Bild zeigt die Positionen der Venus über dem Horizont während des Sonnenauf- bzw. -untergangs. Verfügbar sind weitere Darstellungen zu den folgenden Sichtbarkeitsperioden: »Oktober 2003 - Mai 2004, »Juni 2004 - Januar 2005, »Mai 2005 - Januar 2006, »Januar 2006 - Oktober 2006, »Dezember 2006 - Juli 2007, »August 2007 - März 2008, »Juli 2008 - März 2009, »März 2009 - Dezember 2009, »Februar 2010 - September 2010, »November 2010 - Juli 2011.
Bahnpositionen
Als innerer Planet kann die Venus niemals gegenüber der Sonne aufgefunden werden. Sie hält sich abwechselnd am Abend- und Morgenhimmel auf und ist dann als besonders heller Stern nach Sonnenuntergang bzw. vor Sonnenaufgang zu beobachten.
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| astrocorner.de |
| Scheinbare Bewegungen der inneren Planeten |
Erreicht die Venus ihre obere oder untere Konjunktion, so steht sie am Tageshimmel in der Nähe der Sonne. Die östliche Elongation kann am Abendhimmel, die westliche Elongation am Morgenhimmel verfolgt werden. |
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Phasengestalten
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| astrocorner.de |
| Phasengestalten eines inneren Planeten von der Erde aus betrachtet |
Wie auch der Mond zeigen die inneren Planeten Venus und Merkur bei der Betrachtung im Teleskop Phasengestalten. Wenn die Venus ihrer unteren Konjunktion entgegen stebt, wird die im Teleskop sichtbare Sichel von Tag zu Tag schmaler.
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| Wah! |
| Animation der Phasengestalten der Venus |
Die in Hong Kong angefertigte Animation zeigt alle Phasengestalten des inneren Planeten Venus im Zeitraum von Dezember 2003 bis Dezember 2005, wie sie im Teleskop beobachtet werden konnten. Besonderes Highlight hierbei ist die untere Konjunktion vom 8. Juni 2004, als die Venus direkt vor der Sonnenscheibe durchlief und als Schwarze Silhouette vor der hellen Sonnenoberfläche im Hintergrund zu sehen war. Ein solches seltenes Ereignis wird als »Transit bezeichnet.
Die Animation macht die scheinbare Größenveränderung des inneren Planeten während der Umrundung der Sonne besonders deutlich. Der Abstand zur Erde verändert sich dabei gravierend und die Venus ist zeitweise nur als kleines Scheibchen, dann aber wieder als ausgedehnte Sichel zu erkennen.
Venus am Tageshimmel
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| Christoph Rollwagen |
| Schmale Venussichel nahe der Sonne am hellen Tageshimmel |
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| Ziegenbalg |
| Venus am Tageshimmel nahe der unteren Konjunktion. Die Sichelenden scheinen sich an der der Sonne abgewandten Seite zu berühren. |
Grundsätzlich ist es möglich, die Venus am Tageshimmel zu erkennen. Mit einer Helligkeit von mehr als -4 mag ist sie gerade noch mit dem bloßen Auge zu erkennen - gute Wetterverhältnisse vorausgesetzt. Besonders leicht lässt sich die Venus bei Tageslicht auffinden, wenn der Mond nahe an diesem Planeten vorüber zieht.
Erfahrene Himmelsbeobachter können sogar versuchen, den Planeten kurz vor oder kurz nach der Konjunktion am Tageshimmel nahe der Sonne aufzufinden.
Einen solchen Versuch sollte man jedoch nur mit besonderer Vorsicht angehen, da sich die Venus sehr nahe der Sonne befindet und ein ungeschützter Blick durch das Teleskop ins gleißende Sonnenlicht zu sofortiger Erblindung führen kann. |
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